John Mayall – A Banquet In Blues

John Mayall, der 43-jähnge Blues-Macher, hat sein ungefähr 23. Album veröffentlicht. Der Titel diese Werkes ist eine Übertreibung, denn Blues-Bankette waren zum Beispiel „Bare Wires“ oder „Blues From Laurel Canyon , und die vorliegende LP reicht da einfach nicht heran. Trotzdem geht’s wieder aufwärts, weil John nach dem letzten, phänomenal schlechten Album „Notice To Appear“ wieder mehr Blues spielt (und Allan Toussaint in New Orleans gelassen aht). Frühere Mitspieler wie Jon Mark, Johnny Almond, Red Holloway, Blue Mitchell, Larry Taylor, Sugarcane Harris oder John McVie halfen nun eine Platte einzuspielen, der man mit gutem Willen das Prädikat „zeitgenössisch“ aufdrücken kann. Dies bedeutet konkret: Viele Rockphrasen, Disco-Schlagzeug in „Seven Days Too Long“ oder gelegentlicher Einsatz des Synthie; mit Leabelly und Bill Broonzy hat das natürlich nur noch wenig zu tun. Die LP scheint mir zudem ein wenig fehlproduziert, etwa im müden „Sunshine“ oder im „Fantasyland“ mit seinem sinnleeren Mittelteil. Ansonsten gibt’s mehrere gute bis starke Songs mit teilweise interessanten Soli, diese LP insgesamt doch recht hörenswert macht. Dies hindert mich allerdings nicht daran, „A Banquet In Blues“ für Mick Taylors Gitarre in „Fly Tomorrow“ aus dem „Laurel Canyon“ sofort einzutauschen …… aber vielleicht ist das auch bloß so etwas wie Nostalgie.