JW Francis We Share A Similar Joy


Sunday Best/Pias Coop/Rough Trade (VÖ: 13.11.)

von

Alle glücklichen Familien seien einander ähnlich, meinte schon der olle Tolstoi zu Beginn eines Romans, weshalb Tolstoi einen dann lieber mit den schlechten als den guten Zeiten zutextet. Dass die Guten einander ähnlich ticken, triggert auch WE SHARE A SIMILAR JOY, der Titel des Albumdebüts von JW Francis. Und sein Leben klingt auch wie einem Roman entrissen: Er macht Couch-Kartoffel-DIY-Pop, aber hat eine Lizenz zum, nein, nicht zum Töten, sondern um Touren zu geben durch New York City – natürlich heißt ein Song hier „New York“.

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Also doch keiner, der nur netflxichillt. Nebenbei sei er angeblich Assistent eines Nobelpreisträgers, heißt es. Oha. Literatur? Oder richtig mit Knallexperimenten, Physik, Chemie? Und das Beste: Der 25-Jährige, der sich die Gitarre gern mit Regenbogengürtel umschnallt, ging so exzessiv auf Tour, hatte aber natürlich noch nicht das Budget dafür vor diesem seinem Debütalbum, sodass er seine Fans bat, in mehreren Städten Begleitbands für ihn zu formen. Krasser Scheiß.

Schnell wird klar: JW Francis ist nicht einfach noch einer, dessen Bedroom-Pop die Welt nicht braucht – sondern sein Charisma flutet bis in seine Stimme und sein Gespür für wirklich schöne Melodien, an denen man sich so schnell nicht sitt (sic!) gehört hat. Toller, nachhallender Soundtrack, um von besseren Tagen in New York zu träumen. Ist das noch Bedroom-Pop? Nee, Pop zwischen Dusche und Küche, wo schon Kokoswasser und Kaffee bereitstehen, weil jemand einen lieb hat und man die „similar joy“ zusammen auskostet.

„WE SHARE A SIMILAR JOY“ im Stream hören:


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