Klee – Jelängerjelieber

Jetzt haben es Klee auch spitzgekriegt: Es ist kein Fehler, sich mal tüchtig und ausschließlich aufs Songwriting zu konzentrieren, jelängerjelieber heißt ihr zweites Album, und auf dem machen Klee Simplifikation zum Gebot der schonungslos romantisierenden Liedertafel. Im Vergleich zum Vorgänger unverwundbar verzichtet das Trio weitgehend auf Elektroschleifchen, Zischen. Flirren, Sirren und Schnörkeleien und besinnt sich aufs Wesentliche. Nach vorne mit der Gitarre, Transparenz muss her für die Stimme von Suzie Kerstgens, die Melodien sollen betörend schweben. „Für alle, die ist ein Song, bei dem dieses Rezept voll und ganz aufgeht: Zuckerwattepop de luxe im Quadrat; weiblich, ledig, nicht mehr ganz jung, suchend. Nach der Liebe, nach der lUn-jMöglichkeit des Daseins zu zweit, nach allem Möglichen. „Tausendfach“, „Mit dir“ und „2 Fragen“ sind Lieder, die hemmungslos in dieselbe Emotionskerbe zielen – und wer immer schon mal wissen wollte, was man alles mit Klee-Songs anstellen kann, besorge sich zusätzlich zu JELANGERJELIE-BER umgehend das Cinerama-Cover von „Erinner dich“. Und sollte da draußen dann immer noch jemand sein, der das alles zu seicht oder womöglich gar schlagerhaft findet: Auch solchen Menschen kann geholfen werden. Solche Menschen klicken bitte auf die Homepage von Blumfeld, lesen dort verquaste Sätze voller Pathos wider den leichten Pop und gegen einen unverkrampften Umgang mit der eigenen Nationalität – file under: Virginia Jetzt! – und sind dann hoffentlich kuriert. Wir sind gespannt, was Blumfeld-Chefdenker Jochen Distelmeyer zum Klee-Song „Gold“ – keinesfalls: „Schwarz-Rot-Gold“ – sagt.