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La Roux Supervision


Supercolour Records/Believe/Soulfood (VÖ: 7.2.)

Auch wenn es nie so ganz freiwillig passiert, die Alben von La Roux erscheinen ungefähr alle fünf Jahre. Ende der 2000er hatte sich die große Synthie-Pop-Hoffnung der Insel mit schillernden Hits wie „Bulletproof“ und „In For The Kill“ in das goldene Buch der Ohrwürmer eingetragen, nur wurde es nach einem Streit mit Ex-Bandkollege Ben Langmaid schnell ruhig um Elly Jackson.

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Seitdem spricht sie immer wieder über die teils langwierige und nervenzehrende Arbeit an neuen Platten.  Nach der erneuten Pause muss man aber klar sagen: Besser war sie nie. Haben sich frühere Songs gehetzt überschlagen, ist der discoide 80s-Synthie-Pop auf SUPERVISION ein auf acht Hits heruntergebrochenes Sammelsurium an strahlenden Melodien und selbstbewussten Geschichten.

Dass La Roux in ihrer Karriere nicht nur einmal enttäuscht wurde, lässt sich im Album-Highlight „Gullible Song“ ganz am Ende hören, eine zweiteilige Ode an das Vertrauen, aber auch an die Grenzen, die niemals zwischen Menschen verschwinden können. In den ersten Minuten klingt sie beinahe wie Mariah Carey, die zu Piano und beatlosem Balearic House singt, dann schiebt sich im Anschluss ein unwiderstehlicher, leicht träger Beat und ein Groove in den Song, der nichts anderes zulässt, als im Ohr zu bleiben, um in den Folge­tagen aus dem Nichts mitgesummt zu werden.

Wenn Elly Jackson sagt, dass ihr nächstes Album nicht wieder erst in fünf Jahren kommt, ist das eine sehr gute Nachricht. Sie klingt, als wäre sie mit sich und ihrer Karriere im Reinen und für uns ist das das Paradebeispiel einer Win-Win-Situation.


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