Lambert

Stay In The Dark

Staatsakt/Caroline VÖ: 4. September 2015

Ein Klavier, ein Klavier. Und ein Typ mit wunderlicher Maske: Staatsakt-Wonderboy Lambert legt sein zweites Album auf.

Folgt man der herkömmlichen Definition von Popmusik, ist das hier keine. Es fehlt schlichtweg die einfach nachvollziehbare Melodie, natürlich auch der Gesang. Aber: Lambert legt quasi die Essenz der zweiten Ebene von Pop frei, indem er all das, was normalerweise im Hintergrund steht, um gerade bei Balladen sogenannte Atmosphären zu generieren, in den Vordergrund bringt.

Vergleichbar ist das vielleicht mit den Arbeiten von Chilly Gonzales – doch wo bei dem die Persona immer auch ein Verkaufsargument ist, tritt Lambert völlig hinter seine Stücke zurück. Die sind übrigens keineswegs so „klassisch“, wie man vermuten mag. Wer genau auf das hört, was sich im Hintergrund abspielt, wird oft verstecktes Beiwerk entdecken. Mal etwas, das wie eine Rückwärtsspur klingt, mal ein schüchternes Holzblasinstrument.

Ach, und zu der Sache mit der einfach nachvollziehbaren Melodie bleibt zu sagen: Die steht in „Birds“, dem vielleicht schönsten Stück des Albums, plötzlich doch mitten im Raum, erstaunt über ihre eigene Existenz und ihre dem Albumtitel Lügen strafende Helligkeit. Was für eine feine, kleine Platte.