Louis Philippe & The Night Mail Thunderclouds


Tapete/Indigo (VÖ: 11.12.)

von

Für die so loyale wie nerdige Kennerschaft des Sophisticated-Pop ist Louis Philippe, geborener Franzose, seit vielen Jahren wohnhaft in London, ein Held. Ende der 80erbis Mitte der 90er-Jahre nahm der leise Mann eine Reihe von LPs auf, die sich viel darauf einbildeten, exklusiv in den Boutiquen des Elfenbeinturms zu haben zu sein. Barocker Kammerpop, muskellos gespielt, die großen Vorbilder immer im Kopf: Burt Bacharach und Brian Wilson, The Free Design und The Left Banke.

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Mit der Zeit erschienen die Platten seltener, zuletzt ließ Louis Philippe 13 Jahre nichts von sich hören, die Szene machte sich Sorgen. Nun ist er zurück: Auf eine Kooperation mit Stuart Moxham von den Young Marble Giants erscheint mit THUNDERCLOUDS
eine neue Platte mit Louis-Philippe-Songs, wie der Fan sie sich vorstellt: Die Stimme so sanft, dass man Angst hat, ein voller Akkord könnte sie dahinwehen. Doch Philippe weiß sie in Szene zu setzen. Geholfen haben The Night Mail, die immer auftauchen, wenn exquisite Begleitung gefragt ist: Die Band spielte Konzerte mit Robert Forster, nahm mit André Heller dessen Comeback SPÄTES LEUCHTEN auf.

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Nun stellen sich die drei Musiker (unter ihnen der in England lebende österreichische Musiker und Autor Robert Rotifer) in den Dienst von Philippe, und es entstand die schwelgerische, versponnene Musik, die sich die Szene ersehnte: Der federleichte Refrain von „Fall In A Daydream“ trifft auf komplexe Song-Suiten wie „Rio Grande“, aus dessen Melodievielfalt auch zwei Dutzend Alben entstehen könnten. Trompeten und Streicher machen das Glück vollkommen: Ein Poptraum für Menschen, die zum Fluchen in den Keller gehen.

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