Marilyn Manson Heaven Upside Down


Caroline/Universal

Stellen wir uns einen gelassenen Marilyn Manson vor, einen, der den lieben Gott – oder meinetwegen auch den Leibhaftigen – einen guten Mann sein lässt und einfach gute Musik macht. Fällt schwer, oder? Was daran liegt, dass das Erschrecken, die Provokation und das Schlagen über ästhetische Stränge zum Wesenskern dieser Kunstfigur gehört. Die allerdings könnte nun endgültig ausgereizt sein.

HEAVEN UPSIDE DOWN will spürbar heftiger knallen als der Vorgänger THE PALE EMPEROR und tut das auch. Allerdings schleicht beim Hören sich rasch Mitleid ein mit einem 48-Jährigen, der wie Marilyn Manson klingen will, der selbst zu seinen besten Zeiten nur klingen wollte wie Nine Inch Nails.

Zwar scheppern die industriellen Beats und sägen die Gitarren, lugt überall „Satan“ um die „FUCKING“ Ecke. Es fühlt sich aber an wie die Fahrt durch eine voll ausgeleuchtete Geisterbahn – man sieht die klappernden Effekte kommen, und dann kommen sie auch und klappern.

Man hört „Blood Honey“ oder „Kill4Me“ und denkt: schon recht, schon recht. Der Witz ist auserzählt. Wer Marilyn Manson hört, weiß nur nicht, dass er eigentlich Trent Reznor hören will. Er bevorzugt die geschminkte Version, das tragi­komische Schreckgespenst. Und sollte darüber mal nachdenken.


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