Matmos Plastic Anniversary


Thrill Jockey/Rough Trade (VÖ: 15.3.)

von

Was haben M.C. Schmidt und Drew Daniel im Laufe ihrer Karriere als Matmos nicht schon alles zum Klingen gebracht: ihre Waschmaschine und parapsychologische Erfahrungen, Vintage-Synthies und medizinische Prozeduren, Haushaltsgegenstände und den Uterus von Paarhufern. Weil die beiden seit 25 Jahren auch ein Liebespaar sind, feiern sie ihren Jahrestag mit einem PLASTIC ANNIVERSARY: Alle für dieses Album benutzten Klangobjekte sind aus Kunststoff.

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Interessant, wie weich und lebendig diese Musik wirkt, dabei ist Plastik ja ein schrecklich hartnäckiger Stoff, der uns Menschen sowieso, aber auch vor sich hin rostenden Stahl locker überleben wird. Hier steckt die Botschaft von PLASTIC ANNIVERSARY: Wer Plastik hört, nimmt seine Gegenwart wahr, genau hier liegt ja der fatale Fehler unseres Umgangs mit dem Kunststoff: Wir ignorieren ihn, weil er so leicht, so billig ist. Der Albatros jedoch, der Plastikdeckel verschluckt und daran verendet, der kann das nicht. Ein Foto von ihm ist auf dem Backcover zu sehen – und sofort trifft der verspielte Ansatz von Matmos auf die bittere Realität. PLASTIC ANNIVERSARY ist so unterhaltsam, weil Schmidt und Daniel mit jedem Track neues Gedankenfutter bieten.

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„Breaking Bread“ besteht aus Sounds, die beim Zerstören von Vinylaufnahmen der Softrock-Band Bread entstanden sind – eine kleine Revanche der beiden an die homophoben Rock-Reaktionäre, die Ende der 70er-Jahre öffentlich Discoplatten zerstörten. Im Laufe der Spielzeit wird das Album immer körperlicher, handgemachte Drums kommen hinzu, eröffnen eine Plastikparade. Im Finale kommt dann die Apokalypse: Wie klingt die Welt, wenn alles Leben zerstört ist, aber noch tonnenweise Plastik herumliegt? Ein verstörend schönes Sound-Szenario, Musik fürs New Plastic Age. 


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