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Max Richard Leßmann Liebe in Zeiten der Follower

Caroline/Universal (VÖ: 21.07.)

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„Ich wünschte, dass ich niemanden mehr kennte“ – mit diesen Lyrics stand die Idee zum ersten Solo­album des Vierkanttretlager-Mitbegründers Max Richard Leßmann. Ursprünglich als Gedicht für seine Freundin gedacht, wurde „Ich wünschte“ die Steil- und Stilvorlage zu einem sehr schlageresken Debüt. Leßmann, der sich immer eher dem Swing, Chanson und Schunkel-Pop näher fühlte, konnte diesen Traum mit Sebastian Madsen erfüllen, verkroch sich mit diesem im Wendland und nahm die jetzt vorliegenden aalglatten zwölf Songs auf. Sie sind schleimig, viel zu kitschig und plakativ – und total großartig.

Wie schafft es der 25-Jährige, keinen Kotzreiz bei einem auszulösen, wenn er singt: „Ganz umsonst sind feuchte Küsse nie“, oder: „Du sagst, mein Herz ist unerreichbar wie der Mond. Dass du nicht weißt, ob deine Liebe sich lohnt.“ Weil er dafür genau die richtige, nicht schmierige Stimme hat – und weil er es völlig ernst meint. Leßmann mag inspiriert sein von Oldies wie den Comedian Harmonists, Beach Boys und Dean Martin, aber er versucht auch die Digital Natives abzuholen: Eingestaubte Vorstellungen von Liebe treffen auf den Wahnsinn der sozialen Netzwerke, Streichergepose auf Indie. Dieser Spagat funktioniert überraschend gut.

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