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Max Richter Recomposed: Vivaldi – The Four Seasons


Deutsche Grammophon/Universal 31. 8.

Nehmen wir die beiden bislang besten Beiträge  der Recomposed-Reihe der Deutschen Grammophon: Carl Craig und Moritz von Oswald zerlegten Aufnahmen der Musik von Maurice Ravel und Modest Mussorgsky und bauten sie als ambiente Konstruktionen wieder auf, die man auch Remixe nennen könnte. Extremer agierte danach Matthew Herbert, der eine Aufnahme von Gustav Mahlers unvollendeter 10. Sinfonie einfach über ein Autoradio, das in einem Sarg lag, abspielte und das dann aufnahm – inklusive der Nebengeräusche.

Beide Vorgehensweisen hatten gemeinsam: Die Rekomponisten haben sich im Archiv der Deutschen Grammophon bei alten Aufnahmen bedient. Max Richter macht mit seiner Ausgabe dem Namen der Serie alle Ehre. Richter, zeitgenössischer Komponist mit nicht nur post-klassischer Vergangenheit, hat die Partitur von Antonio Vivaldis Violinkonzerten „Die vier Jahreszeiten“ umgeschrieben und mit dem Geiger Daniel Hope und dem Konzerthaus Kammerorchester Berlin unter der Leitung von André de Ridder neu eingespielt.

Das Original des italienischen Barockkomponisten aus dem Jahr 1725 darf als Frühform der Sinfonischen Dichtung bezeichnet werden; eine Stilform, in der Außermusikalisches in der Sprache der Musik beschrieben wird, Musik als Abstraktion konkreter Sachverhalte – die Jagd im Sommer, die Kälte im Winter. Richter nimmt die Original-Partitur als losen Rahmen für seine Kompositionstechnik. Teilweise weicht er dramatisch davon ab, teilweise sind es nur leichte Veränderungen und Verschiebungen. Es gibt hier keine elektronischen Verfremdungen. Repetitive Patterns, die an elektronische Musik erinnern, stehen in der Partitur und wurden vom Orchester gespielt. Key Tracks: „Spring 1“, „Summer 1“.


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