Mina Tindle Sister


37d03d/Cargo (VÖ: 9.10.)

von

Paris, New York und wieder zurück. Ein transatlantisches Wippen und Wogen ist das hier. Die Französin Mina Tindle wirkte schon 2007 auf dem National-Album THE BOXER mit, deren Gitarrist Bryce Dessner legte ihr später Arrangements für Songs auf, die Sängerin, die eine Zeit lang in Brooklyn lebte, tauchte zuletzt mit ihrer Stimme in die Sphären von I AM EASY TO FIND (2019) ein.

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Mina Tindle war auch mit The National und Sufjan Stevens auf Tour und Dessner und Stevens haben jetzt an der Produktion von SISTER mitgewirkt. Stevens übernahm schließlich den Backgroundgesang auf „Give A Little Love“, und wer das jetzt tatsächlich herausgehört haben will, sollte ein Patent zur professionellen Stimmerkennung anmelden. Es ist ja die Geste der Freundschaft, die zählt.

In den neun neuen Tindle-Songs verbandeln sich amerikanisches Singer/Songwritertum und europäische Liedkunst zu einer Pianomusik, in der sich Tindles eher fragile Stimme wie im Traum bewegt. Mal wird ein Song von einem Soul-Chor begleitet, mal zieht ihn ein Saxofon in Richtung Jazz, es gibt Momente, da tänzelt die Chanteuse auf dezenten Electrobeats („Lion“). Und „Give A Little Love“ ist die Sehnsuchtsmelodie in diesem Romantik-Pop-Reigen.

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