Mocky A Day At United 


Heavy Sheet/Morr/Indigo 

Womöglich ist die Zahl derer, die Mocky als Produzent, Songwriter und Kollaborateur kennengelernt haben (Feist, Jamie Lidell, Chilly Gonzales, Mary J. Blige), größer als die Zahl jener, die von dem kanadischen Multiinstrumentalisten über seine eigenen Alben Notiz nahmen.

Jede neue Mocky-Platte ist also auch ein Aufruf zur Neuentdeckung, und A DAY AT UNITED hat schon vom Tableau her einiges zu bieten: Es gab keine Proben und keine zwei Takes, alle Songs sind an einem Tag von Mocky & Friends in den legendären United Recording Studios in L.A. aufgenommen worden, wo schon Elvis, Frank Sinatra und Ray Charles am Mikrofon standen.

„Eye Brow Wrestling“ zu Beginn kommt der Idee eines melancholischen Jazz-Songs im großen Ornat sehr nahe, „The Come Up“ im Anschluss verbindet Fender-Rhodes-Funk mit einer Jazz-Hymne. Im Laufe des Albums zieht Mocky weitere Kreise, das Spektrum reicht von einer Ode an Thelonious Monk über einen dahinplätschernden „Sweet Beat“ bis zur Andeutung von Avantgarde und Minimal Music („The Great Computer In The Sky“). 

Ambitionierte Fahrstuhlmusik

Das passt schon zusammen in der angenehmen Leichtigkeit und unaufdringlichen Eleganz, die Mocky und Band hier hinlegen. An die intensiven Verspieltheiten und Sound-Tiefen auf dem Vorgänger SASKAMODIE reicht diese Eintagesarbeit aber nur selten heran.

Wahrscheinlich würde der Künstler uns bei der Beschreibung „Fahrstuhlmusik“ an den Hals springen, aber bekanntlich wurde für den Fahrstuhl schon ambitioniert komponiert und arrangiert. Diese Musik macht keinen Unterschied zwischen gestern und heute. Sie will nur spielen und uns ein paar Minuten weit tragen. 

Hier kann man „A Day At United” von Mocky bestellen.

„A Day At United“ von Mocky hier im Stream hören:


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