Mocky Overtones For The Omniverse


Heavy Sheet/Indigo (VÖ: 30.7.)

von

Die Ankündigung eines Lockdowns hat mal wieder die Bedingungen für die Produktion eines Albums vorgegeben. Mocky versammelte im März 2020 ein 16-köpfiges Orchester in den Barefoot Studios In L.A., um die Songs einzuspielen, die er während eines Sabbaticals in Portugal komponiert hatte. Proben soll es dem Vernehmen nach nicht gegeben haben, die acht Tracks waren in 36 Stunden im Kasten.

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Wer jetzt OVERTONES FOR THE OMNIVERSE hört, darf schon staunen ob dieser Leistung. An einem solch komplexen, leichtfüßigen, von vielfältigen Stimmungen durchdrungenen Orchesteralbum arbeiten andere Künstler mal gerne ein halbes Jahr oder mehr im Studio. Mocky spricht von einer „fehlerhaften Herrlichkeit“ und von einer „Menschlichkeit“, die den Aufnahmen ihren speziellen Charakter geschenkt hätten.

Das Spektrum reicht vom schön-gecroonten Popsong „Humans“ über ein afro-karibisches Stück mit beschwingten Streichern und einer Gesangsgruppe, die man auf der Stelle in einen Soul-Club tief im Süden der USA schicken möchte („Bora!“) bis zu Steve-Reich-Minimalismen in „Overtures“. Mocky hat in der kurzen Zeit aber vor allem eine beeindruckende Zeitreise hingelegt, er grüßt aus dem Easy-Listening-Paradies der 1950er mit Flöte, Vibraphon und Glockenspiel, verabschiedet sich mit einem Piano-Solo mit kurzen Chor Auftritten namens „Désirée“. Und Leslie Feist und Moses Sumney singen im Hintergrund.


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Ist das noch Jazz? Oder schon Dance Music in einer schwer zu definierenden Daseinsform?


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