Neil Finn Dizzy Heights


Lester Records/Kobalt Label Services/Rough Trade (VÖ: 07.02.)

Wenn man über diesen Mann spricht, muss man auf eine Reaktion gefasst sein, die in etwa so geht: „Na ja, der ist als Songschreiber ja ganz gut und eine Platte von Crowded House muss bei mir auch irgendwo herumliegen. Aber muss ich mehr von dem haben?“ Keine Frage: Neil Finn ist ein unterschätzter Künstler, der selten etwas tut, was aus dem Rahmen fällt.

Aus diesem Grund kann man die neueste Produktion von ihm leicht verpassen. Das wäre in diesem Fall ein schwerer Fehler. Es gibt Songs zu hören, die man auf keinem anderen Finn-Album findet. „White Lies And Alibis“ darf man getrost mit der Vokabel experimentell belegen. Ein Jazz-Dub-Groove steht so schon auf wackeligen Beinen und wird dann noch von einer schrägen Gitarre gestört. Bei „Divebomber“ muss man an die sphärischen Trips in der jüngsten Werkphase von The Flaming Lips denken. Selbst die melodisch klareren Kompositionen laufen nicht bloß glatt und diszipliniert durch.

Bei „Recluse“ denkt man wegen der Falsettstimmen zuerst an die Bee Gees. Nach hinten hin wandelt Finn dieses raffinierte Ding mehrfach ab und nimmt sich Zeit für eine Warnung vor zunehmender Vereinzelung im Internet-Zeitalter. Auf ausgelassenere Momente muss man bei DIZZY HEIGHTS deshalb nicht verzichten, ganz besonders nicht in den souligen Tracks zu Beginn des Albums, von denen einer nicht umsonst „Impressions“ heißt. Er ist schwer okay, dieser Reigen.

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