Spezial-Abo

Esther Graf im Livestream bei


Oneohtrix Point Never Magic Oneohtrix Point Never


Warp/Rough Trade (VÖ: 30.10.)

von

Hinter dem abstrakten Namen des Projekts Daniel Lapotins steckt die verfälschte Kennung des Soft-Rock-Radiosenders, den er in seiner Kindheit und Jugend an der US-Ostküste gehört hat: „Magic 106.7“ heißt die Station, mit Knoten in der Zunge wird aus „106.7“ Oneohtrix Point Never. Das „Magic“ hat das Electronica-Genie nun dazugepackt, um sein neues Album zur Hommage an die Dauerberieselung mit Musik von REO Speedwagon, Rupert Holmes und Christopher Cross zu machen.

🛒  „MAGIC ONEOHTRIX POINT NEVER“ bei Amazon.de kaufen

Lapotin simuliert einen Radiotag natürlich wie er in einer Parallelwelt ablaufen könnte. Dort wäre „I Don’Love Me Anymore“ ein Hit, „Bow Ecco“ Yoga-Musik, „The Whether Channel“ Muzak für einen Infosender, „No Nightmares“ eine Hymne für die Nacht, grandios gesungen von Gastsänger The Weeknd. „Cross Talks“ hat Lapotin die kurzen Zwischenspiele mit Samples aus dem US-Radio genannt, die jeweils einen Wandel der Klangfarbe ankündigen.

Oneohtrix Point Never – Auto & Allo (Official Audio) auf YouTube ansehen

Das letzte Viertel klingt wie „Radio Twin Peaks“: Durch die 80s-Schmonzette „Lost But Never Alone“ weht der Geist eines Dämons. Bei der Komposition der Wahnwitz-Symphonie „Shifting“ hat Arca mitgeholfen, der entrückte Trip endet mit „Nothing’s Special“, dem traurigsten Moment in der bisherigen Geschichte von Oneohtrix Point Never: Der letzte Radio-DJ spielt sein letztes Lied, alte Computer geben den Rhythmus vor, digitales Gebimmel erinnert an bessere Zeiten, dann beschließt die deprimierte Vocoderstimme dieser Hyperballade: „I think that’s probably it.“

„MAGIC ONEOHTRIX POINT NEVER“ im Stream hören:

▶ Magic Oneohtrix Point Never jetzt hier Spotify hören

ÄHNLICHE KRITIKEN

Moses Sumney :: Græ

20 Farben, grau – ein Werk von epochaler Größe, das R’n’B, Soul, Art Rock, Jazz und die Ballade zur Gitarre mitnimmt...

The Weeknd :: After Hours

Der Larger-than-Life-R'n'B des Kanadiers lernt endlich von seiner Vergangenheit.

Sign Libra :: Sea To Sea

Die Klangwelt esoterisch-exotistischer TV-Dokus der 90er inspiriert dieses Outsider-House-Kunst-Projekt.


ÄHNLICHE ARTIKEL

Oneohtrix Point Never kündigt neues Album mit Teaser an

Auf seinem neuesten Werk arbeitet Oneohtrix Point Never mit Klangcollagen aus Archivmaterial verschiedener US-Radiosender und macht damit die „vielsagenden und abgründig-komischen Zerrbilder der US-amerikanischen Kultur sichtbar“.

Oneohtrix Point Never animiert Iggy Pop in gruseligem Musikvideo

Iggy Pop als computeranimierter Geist, ein einsames Haus in den Wäldern und ein wolfähnliches Wesen im Müll – das Musikvideo von Oneohtrix Point Never zu „The Pure and the Damned“.

Die Alben der Woche mit Le1f, Kurt Cobain und We Are The City

Am 13. November 2015 sind unter anderem neue Alben von Le1f, Kurt Cobain und We Are The City erschienen. Hier unsere Rezensionen und die Playlist dazu.


Diese Songs haben 2021 die höchsten Streaming-Tantiemen
Weiterlesen