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Paul Plut Lieder vom Tanzen und Sterben

Phonotron (VÖ: 17.11.)

von

Beats knarzen und knacken wie Äste unter schweren Stiefeln. Eine greisenhafte Stimme röchelt schon halb aus dem Jenseits: „Die Welt ist ein Gräberfeld.“ Der Greis ist in Wirklichkeit ein junger Mann. Er heißt Paul Plut und hat bereits mit den Indie-Bands Viech und Marta reüssiert. Jetzt veröffentlicht er seine erste Solo-Platte – und offenbart dabei eine ganz neue Seite von sich.

Seine LIEDER VOM TANZEN UND STERBEN sind abgründige Alpen-Poesie, eine moderne Form der Volksmusik, der das heimatselige Element völlig fehlt. Zwischen Berg und Tal verhallt der Ruf nach einem himmlischen Vater ungehört.

Da lässt sich die menschliche Existenz lapidar zusammenfassen: „Wir sind nur Fleisch, wir sind sonst nix.“ Viel Leid kennt diese Stimme, aber keine Noten. Wenn sich aus den kargen Stücken mit Müh und Not eine Melodie destillieren lässt, ist die Belohnung dafür umso süßer.

Wie beim wehmütigen „Sunn“: „Wenn ich wiederkomm’, schau, dass alles ist, wie es war: der Stolz, der Neid, die falschen Hund’ und wir“, haucht Plut da in tiefem steirischem Dialekt. Man versteht ihn schwer. Das emotionale Gewicht der Worte transportiert die Musik. Das ist das wohl größte Kunststück, das Plut auf dieser tollen Platte gelingt.

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