Peter Perrett  Humanworld 


Domino/Goodtogo (VÖ: 7.6.)

HOW THE WEST WAS WON war 2017 das unwahrscheinliche und wunderbare Comeback des ehemaligen Sängers der Only Ones: Nach dem Ende der Postpunk-Powerpopper durchlebte Peter Perrett eine fürchterliche Zeit mit Drogen und Psychosen. Gerettet wurde er durch die Liebe zwischen seiner Frau Zenia und ihm, aus einer dichten Rauschwolke heraus ließ er sich zurück ins Leben katapultieren und nahm 2017 eine herzzerrreißende Rückkehrerplatte auf.

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Erfreulich, dass es nun direkt weitergeht, sich kein neues Loch aufgetan hat. Die zwölf Songs auf HUMANWORLD handeln erneut von der großen Liebe, vom Überleben und den Momenten, als das Aufgeben erschreckend naheliegend erschien. Der schönste Song heißt „Heavenly Day“, Perrett gönnt sich etwas Pathos, blickt auf den Alltag zusammen mit seiner Frau, findet den Himmel in ihren Augen. „The Power Is In You“ rückt die Sache in die Esoterik-Ecke, die Musik steht auf der Grenze zwischen The Velvet Underground und den Waterboys.

Doch die düstere Vergangenheit ist weiterhin spürbar, „Master Of Destruction“ ist ein Porträt der Dämonen, gemalt in dunkelsten Farben, musikalisch etwas ungelenk rockend. Die ruhigen Songs gelingen Perrett besser als die Psychrocker, zum Beispiel das Finale „Carousel“, eine mit müder Stimme gesungene Abhandlung über den Kreislauf des Lebens: Alles dreht sich, es wird einem schwindelig, die nächste Fahrt geht rückwärts, aber das ist alles nicht tragisch, wenn man sich auf diesem Ritt den Wagen mit der Liebe des Lebens teilt.

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