Phosphorescent C’est La Vie


Dead Oceans/Cargo

Fünf Jahre ist es her, dass Matthew Houck, der sich den nebulösen Künstlernamen Phosphorescent gegeben hat, mit dem ähnlich doof betitelten Album MUCHACHO und vor allem dem „Song For Zula“ das Versprechen seiner frühen Platten einlöste: Houck erzählte Americana neu, Adam Granduciel von The War On Drugs und Jonathan Wilson waren zwei seiner Gefährten. In der Zwischenzeit ist Houck von der Ostküste nach Nashville gezogen, was praktisch ist, denn mittlerweile wohnen sie fast alle dort, die Stadt ist eine Art Kreuzkölln der US-Szene. Er baute sich ein Studio und nahm dort neue Songs auf, die meisten von ihnen hatte er in der Phase des Umzugs geschrieben, einer gleichermaßen von Nostalgie und Aufbruch geprägten Zeit.

Mit „There From Here“ gibt es sogar eine Moving-Nummer, Houck klingt naturgemäß ein wenig müde, der Song plätschert dahin wie Spring­steen auf Valium. Besser ist die getupfte Melancholie von „C’est La Vie 2“ (Teil eins enthält er uns vor), doch dieser Mann ist nicht immer schlapp: „New Birth In New England“ klingt wie Vampire Weekend in der Sportsbar, wahlweise wie Paul Simon nach einer kalten Dusche. Eine dezent afrikanische Note besitzt auch „Beautiful Boy“, geschrieben für seinen Sohn, aber wie fast alle Lieder über die eigenen Kinder ist auch dieses überflüssig. Grandios hingegen der instrumentale Ausklang: „Black Waves/Silver Moon“ führt hinaus in die Weite, übers dunkle Meer dorthin, wo der Mond im hellsten Lichte scheint: Americana Noir.

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