Purple Mountains Purple Mountains


Drag City/H’Art (VÖ: 12.7.)

Die Leute von der New Yorker Neofolkband Woods konnten es selbst nicht glauben, aber sie hatten tatsächlich eine E-Mail von David Berman in der Inbox, ein kurzes Schreiben mit der Botschaft, er wolle eine neue Band und ein neues Album, verbunden mit der Frage, ob Woods dabei wären. Zehn Jahre lang war Berman vom Radar verschwunden, seine Silver Jews hatte er aufgelöst, ein paar Monate lang füllte er einen Blog, in dem er sich an seinem schrecklichen Lobbyisten-Dad abarbeitete. Songs schrieb er jahrelang nicht mehr – doch dann fing er wieder damit an.

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Zu dem Motiv zur Rückkehr sagt Berman, sein normales Leben habe aus dem Lesen von Büchern und Schlafen bestanden, nach zehn Jahren sei mal wieder Zeit für etwas mehr Abenteuer – und wohl auch für eine Flucht vor sich selbst. Wobei das vermutlich nicht funktionieren wird, denn die neuen Lieder, die Berman zusammen mit den Woods unter dem Namen Purple Mountains aufgenommen hat, handeln in erster Linie von ihm selbst. „That’s Just The Way That I Feel“ heißt der Auftaktsong, es folgt „All My Happiness Is Gone“, Berman macht sofort klar, dass er in den vergangenen Jahren weder spirituell erleuchtet wurde noch neuerdings verliebt durchs Leben schlendert. Wie schon mit den Silver Jews lässt er dazu eine fabelhafte Slacker-Country-Musik spielen, die auf Schwermut basiert, aber mit der guten Laune flirtet.

Berman sagt zu Recht, es könne ja niemand aushalten, wenn die Melodien so traurig wären wie ihre Inhalte. Also machen Purple Mountains aus dem deprimierenden Text von „Darkness & Cold“ einen angenehmen Americana-Indie-Rock-Song, dessen elendigen Inhalt man sofort beschwingt mitsingt. Beim finalen „Maybe I’m The Only One For Me“ treibt Berman seine Isolation auf die Spitze: Während auf der Straße turtelnde Pärchen flanieren, sitzt er im Restaurant, dessen Küche gleich schließt. Da bleibt nur eine Lösung: „I’ll have to learn to like myself.“

Purple Mountains im Stream:


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