Randy Pie – Fast Forward

Die Hintergrundstory zur neuen Randy Pie-LP stand bereits im Oktober-ME, darum also gleich zur Sache. Das neue Produkt ist amerikanisch bis ins kleinste i-Tüpfelchen, strotzt vor präziser Studiotechnik und klingt so diszipliniert, daß man die Leine des Produzenten förmlich spürt. Sparsamkeit und Zurückhaltung, so scheint es, war sein oberstes Gebot. Das Schlagzeug schwer im Vordergrund, Keyboards und Gitarre stark gedrosselt und pointiert, und Peter French’s Gesang als Leitelement – so etwa sieht das Konzept aus, nach dem Produzent Spencer Proffer Randy Pie auf einen attraktiven neuen Sound trimmte; klar gegliedert und schnörkellos, ohne Streicher und ohne Bläser. Der Funk fiel nicht über Bord, sondern zieht sich jetzt als behäbigere Grundlinie durch die Musik.

Vielleicht war es ganz gut, daß Proffer bei der ersten US-Produktion von Randy Pie die Zügel anzog und auf überschaubare Arrangements pochte; aber die spontane Lebendigkeit kam dadurch noch zu kurz. Die einzelnen Musiker scheinen hier dem Konzept untergeordnet; vielleicht wird sich das aber bei der nächsten Platte lockern. Für Frank Dietz, der als neuer Gitarrist zur Gruppe kam, gab es zum Beispiel nicht allzuviel Raum zur freien Entfaltung, wohingegen Peter French sich über die volle Oktavenbreite seiner heiseren Stimme auslassen kann. Ich halte ihn für einen durchschnittlich guten Rocksänger, allerdings nicht für „sooo tiieerisch!“, daß er seinen Vorgänger Bernd Wippich (auf Platte) unbedingt ins Abseits verweist.