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Regener Pappik Busch Ask Me Now


Vertigo Berlin/Universal (VÖ. 5.3.)

von

Man muss sich ja irgendwie beschäftigen in dieser Corona-Zeit. Sven Regener genießt seit einigen Jahren einen ausbalancierten Rhythmus aus Album- und Roman-Veröffentlichungen, Bandtourneen und Lesereisen. Das Virus hat den Takt gesprengt. Um dennoch frisch zu bleiben, erfand Regener zum Beispiel das neue Format Band-Podcast: Zusammen mit Jakob Ilja und Richard Pappik diskutiert er alle zwei Wochen die Alben von Element Of Crime durch. „Narzissen und Kakteen“ heißt die Serie, jede Folge ist eine Lehrstunde in Sachen Innenleben einer Band.

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Doch Regener wollte nicht nur reden, sondern auch spielen. Und warum nicht Jazz? Ist ja nicht so, dass die Musik von Element Of Crime meilenweit von diesem Genre entfernt wäre. Zusammen mit EOC-Schlagzeuger Richard Pappik und Pianist Ekki Busch (seit 1993 in der Live-Besetzung der Mann für die Tasteninstrumente) gründete Sven Regener ein Trio, er selbst gibt den Trompeter. Nun ist es eine Sache, mit diesem Instrument im Element-Of-Crime-Kontext ab und zu traurige Supermelodien zu spielen. Eine andere ist es, Trompeter eines Jazz-Trios zu sein. Da muss man was können, weshalb Regener sehr viel geübt hat.

Wobei, auch nicht zu viel. Denn das Besondere an ASK ME NOW ist, dass diese drei Musiker in keinem Moment so tun, als seien sie Jazzer. Regener Pappik Busch interpretieren zwar Stücke von den ganz Großen, von Thelonius Monk und John Coltrane, Charlie Parker und Dizzy Gillespie. Aber sie spielen diese Standards ohne Referenzsystem. Was dazu führt, dass einige Stücke wie Monks „Ask Me Now“ oder Coltranes „Big Nick“ genau den beschwipst-schunkeligen Ausflugslokal-am-Rummelplatz-Sound einiger Songs von Element Of Crime besitzen. Unterbewusst denkt man sich sogar hypothetische Regener-Texte zu den Trompetenmelodien aus. Was wiederum unbedingt nach einer Fortsetzung des Projekts verlangt.

„ASK ME NOW“ im Stream hören:


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