Saroos Tardis


Alien Transistor/ Morr Music/Indigo

Ob Saroos auf ihrem vierten Album tatsächlich „das Unvorstellbare einfangen, ohne es seines Geheimnisses zu berauben“, wie es recht ambitioniert im beiliegenden Text zu TARDIS heißt, sei mal dahingestellt. Ganz sicher darf man indes behaupten, dass sich mit Florian Zimmer (Synthesizer), Max Punktezahl (Gitarre, Keyboard) und Christoph Brandner (Drums) drei Musiker gefunden haben, die mit einem sehr feinen Gespür für Atmosphären ausgestattet sind; für wunderbar plastische, gerne auch mal dezent groovende Soundscapes, die geradezu prototypisch für das digital-analoge Universum von Markus und Micha Achers Alien-Transistor-Label stehen.

Und wen wundert’s, bedient Punktezahl doch schon seit Jahren Gitarre und Keyboard bei The Notwist, während Zimmer und Brandner etwa zu den Gründungsmitgliedern der Notwist-Satellitenband Lali Puna zählen. Saroos betreiben die drei seit 2006 als eine Art Klanglabor: warme und wabernde, schnörkelnde und zirpende Synthieschlieren; gravitätisch-verschleppte Rhythmen, deren Wurzeln im Dub liegen; die Gitarre, klug eingesetzt als ornamentierendes Effektgerät. Musik, die in Schleifen verläuft.

Wenn so das Unvorstellbare klingt, dann klingt es auf jeden Fall verdammt gut.


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