Sneaks Highway Hypnosis


Merge/Cargo

Wer seinen Job ernst nimmt, fasst sich in einem Text über Eva „Sneaks“ Moolchan lieber kurz – denn wetten, Elegien gingen Miss Schnellabzug ziemlich auf den Zeiger? Seit ihrem Debüt GYMNASTICS hat sie sich auf ultratighte Post-Punk-­Mini­­aturen spezialisiert, getragen allein von dürrer Bassgitarre, Drum-Machine und einem Vokalstil zwischen Rap und Gesang: Ein sexy Fuck-you-Sound, den die US-Amerikanerin mit ihrem dritten Album in drei Jahren auf ein neues Level hebt.

HIGHWAY HYPNOSIS bleibt der Kürze und der Catchyness treu, spielt aber ungewohnt lustvoll mit Texturen, Samples, sirupartigen HipHop-Beats – und auch mit dem Unbehagen: Der Titeltrack klingt mit seinen schamanischen Flüsterstimmen wie eine Geisterbeschwörung in den Ruinen des Punkmythos, in der Vorabsingle „Beliefs“ schleppen sich die Synthiesequenzen zum Klimpern eines verstimmten Pianos dahin wie ein siechendes Tier.

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Aber HIGHWAY HYPNOSIS hat auch dreckige kleine Clubhits wie „The Way It Goes“, den Bass-Banger „Holy Cow I Never Saw A Girl Like Her“ und „And We’re Off“, das als Lo-Fi-Version einer Nirvana-Single durchgehen könnte. Und nun beenden Sie die Lektüre, liebe Leser: Sie hätten seit Textbeginn fast zwei tolle Sneaks-Songs hören können!

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