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Sumie Lost In Light

PIAS Coop/Bella Union/Rough Trade (VÖ: 10.11.)

von

Im Winter sehnt man sich bekanntlich nach heimeliger Geborgenheit. Als Soundtrack hierfür eignet sich die Musik der Songwriterin Sandra Sumie Nagano geradezu perfekt. Die schwelgerischen Songmeditationen ihres Zweitwerks, LOST IN LIGHT, sind soft, schön und vor allem eines: angenehm unaufdringlich. Raumerfüllender Folk, vorgetragen mit zarter Stimme und gekonntem Finger­picking an der Akustikgitarre. Die Musik der Schwedin mit japanischen Wurzeln klingt nach skandinavischer Weite, wie zum Beispiel der Song „Di­vine Wind“, der mit Dream-Pop-artigen Arrangements aufwartet, die an die frühen Beach House erinnern.

An LOST IN LIGHT gibt es wenig bis gar nichts auszusetzen: Die Platte ist in sich geschlossen, die Songs sind ausgeklügelt und einheitlich produziert. Alles klingt klar. Doch das ist irgendwo auch das Problem: Beim Hören fühlt man sich an das Wort „hygge“ erinnert, das dieser Tage vielerorts an Zeitungsauslagen oder Caféfronten sein Unwesen treibt. Der dänische Begriff bedeutet so viel wie Gemütlichkeit oder Wohlbefinden, Gefühle, die Sumies Debüt durchaus und allerorts verstreut. Doch das Dauerwohlsein lässt besonders eines vermissen: den Moment des Wiedererkennens. Dringlichkeit macht hier Platz für Kaminfeuerromantik. LOST IN LIGHT ist somit mehr ein Moodsetter. Vertonte hygge eben. 

Klingt wie: First Aid Kit: The Lion’s Roar (2012) / Marissa Nadler: July (2014) / Hand Habits: Wildly Idle (Humble Before The Void) (2017) 

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