The Colorist Orchestra & Howe Gelb Not On The Map


Dangerbird/Membran (VÖ: 29.10.)

von

Howe Gelb hat sich im Laufe seiner Karriere unter anderem auch den Ruf einer Fachkraft für die Arbeit an und mit Kontrasten erworben. Er zauberte einer christlichen Sangesschwestern- und -bruderschaft aus dem kanadischen Ottawa die coole Hundeschnauze eines Lou Reed ins Programm, er tönte neu mit der Ankündigung von FUTURE STANDARDS und nimmt seit mehr als 30 Jahren Platten von bisweilen sperrigem Charme auf.

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Für seine jüngsten Aufnahmen verabredete sich der Mitbegründer der 80er-Jahre-Americana nun mit dem achtköpfigen belgischen Colorist Orchestra und der Singer/Songwriterin Pieta Brown, um zusammenzutragen, was ziemlich weit voneinander entfernt scheint: auf der einen Seite Popsongs, die das Herz ergreifen (dazu zählt auch ein Cover des Klassikers „Gentle On My Mind“) – auf der anderen die Freiheiten der Tonsetzung, wie Moondog und Harry Partch sie probten.

Gelb lässt Frank Sinatra wie einen Vertreter für kryptische Singspiele klingen

Gelb soll auch ausdrücklich Gefallen daran geäußert haben, dass das Orchester keine E-Gitarren benutzt. Wir hören fein arrangierte Beiträge von Violinen, Klarinette, Xylophon, Piano, es gibt reichlich Percussion, aber auch selten gehörte Instrumente wie die Flapamba (ein Rhythmusgeber aus der Familie der Marimba) oder die Philicorda (eine frühe elektrische Heimorgel vom Glühlampenhersteller Philips).

NOT ON THE MAP ist eine Orchesterplatte aus dem Geist experimentell formulierter Hingabe geworden. Der Sänger lässt Frank Sinatra wie einen Vertreter für kryptische Singspiele klingen. Und Congas, Bongos und Besen fegen zusammen, was Howe noch nicht in seinen Songs aufgesammelt hat.


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