The Cribs In The Belly Of The Brazen Bull


Wichita/PIAS/Rough Trade VÖ: 04.05.

von

Was tut man, wenn man sich als Band spannend inszenieren will? The Cribs haben sich für einen Verweis auf die griechische Antike entschieden, genauer gesagt für ein damals eingesetztes Folterinstrument, den „Brazen Bull“. Phalaris von Akragas hatte einen bronzenen Stier anfertigen lassen, in dessen Hohlraum in Ungnade gefallene Personen gesperrt wurden. Die Verurteilten starben an der Wirkung eines Feuers, das unterhalb des Stiers entfacht wurde. Was genau die Band mit diesem Bild bezweckt, wird nicht zweifelsfrei klar. Dass der Stier für ein Großbritannien steht, in dem es drunter und drüber geht, wäre eine Interpretation. Sicher ist, dass sich die Musik des Trios nach dem Abgang von Johnny Marr wieder nach Männern anhört, die auf die Barrikaden gehen. Entstanden ist das Album in den USA, in den Studios von David Fridmann und Steve Albini. Man erkennt genau, wer welche Songs produziert hat. Hört es sich besonnen und verspielt an, war es Fridmanns Job. Geht es voll auf die Zwölf, sind Gitarre und Schlagzeug nach vorne gemischt, erinnert es an den Stil von Albini. Die Gewichte haben sich damit etwas verschoben. Eigentlich waren The Cribs ja im Windschatten des Post-Punk-Revivals der 00er-Jahre an den Start gegangen. Jetzt hören sie sich wie amerikanische Radaubrüder an, die in die Pixies, Weezer und Superchunk verliebt sind. Da The Cribs entschlossen in diese Richtung gehen und so etwas zurzeit nicht gerade en vogue ist, lässt man sich von ihnen gerne auf die Hörner nehmen. Key Tracks: „Come And Be A No-One“, „Confident Men“


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