The Heavy Hurt & The Merciless


Counter Records/Rough Trade

von

Nichts an dieser dreckigen Musik lässt darauf schließen, dass The Heavy aus Bath nahe Bristol kommen, dieser sehr schönen, von klassizistischer Architektur geprägten Stadt in Somerset, wo man vergeblich nach einer Popszene sucht. Hier konnte sich das Quartett um Sänger Kelvin Swaby unbeobachtet entwickeln, ohne von irgendeinem Trend beeinflusst zu werden oder Konkurrenzkämpfe mit anderen Bands austragen zu müssen.

Diese Solitärstellung nutzt das Quartett auch auf HURT & THE MERCILESS, um ganz bei sich zu bleiben. Um das zu vertiefen und zu verfeinern, was ihren Sound ausmacht, dessen Pfeiler kilometertief und unverrückbar in Garagen-Rock, Soul und Funk gerammt sind. Und das schon seit ungefähr zehn Jahren, in denen sie in gleicher Besetzung Counter Records, einem Sublabel von Ninja Tune, die Treue halten. Eine Kontinuität, die The Heavy nicht auf der Stelle treten lässt.

Diesmal schon gar nicht, denn in Swabys Privatleben ging es hoch her, folgte doch innerhalb von ein paar Jahren einer Heirat die Scheidung und eine erneute Vermählung. Da gab es wohl so einiges abzuarbeiten, was sich nicht nur im Titel HURT & THE MERCILESS, sondern an Songnamen wie „Since You Been Gone“, „What Happend To The Love?“ und „Goodbye Baby“ ablesen lässt.

Trotzdem bleiben schmachtende Momente sehr selten auf dem vierten Studioalbum der Briten, die lieber schmutzigen Soul (also Stax und nicht Motown) auf schweren Rock prallen lassen. Ein paar unglaubliche Groove-Monster haben The Heavy erschaffen, und die temporeichen Nummern „Last Confession“ und „The Apology“ soll in diesem Jahr erst einmal jemand toppen.


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