The Laetitia Sadier Source Ensemble Finding Me, Finding You


Drag City/Rough Trade

von

Zuletzt war Laetitia Sadier unter eigenem Namen in kleinen Clubs unterwegs und spielte grandiosen, aber dem Rahmen entsprechend simplen Indie-Pop. Soundexperimente lassen sich auf Bühnen, kaum größer als ein Sandkasten, schlecht realisieren, es störte sie nicht weiter, doch die Ambition, wieder komplexer zu denken, stieg.

Am The Laetitia Sadier Source Ensemble sind grandiose Musiker beteiligt, die Sadiers nicht immer einfache Vorstellungen von Ästhetik im Schlaf verstehen. „Undying Love For Humanity“ zeigt gleich zu Beginn, wie formvollendet das klingen kann: komplizierte brasilianische Percussion, hüpfende Gitarre, verquere Keyboards, Vibrafon und ein Gesangsarrangement, an dem 95 Prozent aller Chöre scheitern würden. Das erinnert an die kunstbeflissene Seite von Stereolab, und Sadier hat genau das gewollt.

Ihr ehemaliger Band- und Lebenspartner Tim Gane überzeugte zuletzt mit seiner neuen Band Cavern Of Anti-Matter, und Sadier hat den Wettbewerb aufgenommen. „Double Voice: Extra Voice“ ist butterweicher kosmischer Lounge-Pop, bei „Love Captive“ ist Alexis Taylor von Hot Chip dabei, das Stück klingt so schläfrig wie Brian Wilsons Nickerchenversion der Beach Boys, was eben auch heißt: Akkordfolgen, so kompliziert wie das deutsche Steuerrecht.

Auch bei ihren Lyrics traut sich Laetitia Sadier weit über das übliche Vokabular hinaus, „Psychology Active (Finding You)“ ist eine Abhandlung über die Suche des eigenen Glücks in einer anderen Person. Den schönsten Song singt Sadier auf Französisch: „Galactic Emergence“ klingt wie ein vergessenes Stück von Airs MOON SAFARI. Die Flöte am Ende spielt nur zwei Töne, aber in diesem Augenblick bedeuten sie die Welt.


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