Tiga
HOTLIFE
Secret City/Cargo (VÖ: 17.4.)
Das wandelnde Gesamtkunstwerk der elektronischen Musik schöpft sein Coolness-Potenzial aus.
DJ Hell hat’s mit seinem Album NEOCLASH kürzlich angezeigt: Electroclash ist wieder trendy. Der König des Genres, das Anfang der Zweitausender Clubmusik mit PopTropen verband, lässt sich da nicht lange bitten. Tiga verpasst seiner Kunst auf HOTLIFE ein zeitgemäßes Update, für das er mit namhaften Producer:innen verschiedenster Generationen kooperiert.
Etwa mit Boys Noize auf dem Opener und sogenanntem Focustrack „Hotwife“. Sofort strahlt dieser jene spezielle Aura aus, die Tigas Musik innewohnt. Kühle Arroganz, die ins Alberne driftet, sexy Dada vor Stringenz, selbstherrliche Pose triumphiert über feierlichen Ernst.
Bei „High Rollers“, für das Paranoid London dem 51-jährigen Kanadier einen schweren Acid-Beat auf den Leib geschneidert haben, verhält es sich ähnlich: Das monotone Organ setzt sich auch gegen mehr Bassgewalt durch, transportiert ihre schnarrende Coolness vom Hinter- in den Vordergrund. Tiga ist ein Kunstwerk, ein Instrument, ein Medium in jeder Hinsicht. Gut, dass er zurück ist.

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