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Tim Vantol Burning Desire

Odyssey Music/Rough Trade

von
Foto: Odyssey Music/Rough Trade

Empfindsame Männlichkeit hat keinen leichten Stand dieser Tage. Aber es hilft ja nichts. Auch Männer empfinden tief, und dann greifen sie zur Gitarre und schluchzen Wesentliches zu bewährten Akkorden. Der Reiz dieser Musik speist sich aus der Emphase, mit der sich der Sänger in seine existenziellen Erzählungen hinein wagt. Auch der Niederländer Tim Vantol bewegt sich auf gut ausgebauten Pfaden.

Auf BURNING DESIRE ist es jene Spielart des Folk- oder Countryrock, die ihr Kapital an Ehrlichkeit zuvor im Punk erwirtschaftete – Bob Mould von Hüsker Dü hat’s vorgemacht. Vantol hält sich lieber an Brian Fallon und vor allem Chuck Ragan, dem er sich auch optisch anverwandelt. Vollbart, Holzfällerhemd mit Schweißflecken, solche Sachen. Vantol allerdings schafft es mühelos, mehr als nur eine blassere, weil europäische Variante seiner Vorbilder zu sein.

Seine Stimme hat den Druck und die Rauheit, die von vielen Einsätzen kündet, und passt perfekt zu seinen fast perfekten Popsongs. In den dunkleren Winkeln dieses runden Albums skiffelt und fiddelt es allerliebst. Im Ausgeleuchteten gibt es kaum einen Refrain, der nicht prompt hängenbleiben oder zum Mitbrüllen einladen würde. Wer eine Schwäche für Euphorie hat, kann sich hier guten Gewissens begeistern lassen.

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