Tom Waits :: Glitter And Doom Live

Kaschemmenblues, stolpernder Swing, unheilige Bänkelgesänge: Tom Waits‚ drittes Livealbum ist so vorhersehbar wie faszinierend.

Nach NIGHTHAWKS AT THE DINER von 1975 und dem 1988er Soundtrack-Werk BIG TIME ist GLITTER AND DOOM das dritte Livealbum in der auch schon knapp 40 Jahre währenden Karriere des großen Grummlers aus Pomona, Kalifornien —- und gewiss das bemerkenswerteste. Da schnaubt und gurgelt, ächzt und krächzt sich einer durch 16 Songs von Longplayern wie BONE MACHINE, REAL GONE, BLOOD MONEY und ORPHANS, raunt und wispert sich durch Schoten und Schnurren, derweil die fünfköpfige Band im Hintergrund ein mal grobes, mal hauchzartes Garn spinnt.

Kaputte Couplets und besoffener Kaschemmenblues, unheilige Bänkelgesänge, zerschossene Balladen und Swing in Schrägstlage: Master Waits zieht alle Register und, als wäre das alles noch nicht genug, schwadroniert, gluckst und kecken auf CD zwei dieses Doppelpacks in einer 35-minütigen, aus Zwischen-den-Songs-Monologen zusammengeschnittenen und „Tom Tales“ betitelten Suada über Geier, Swastika-Suppen, das geheimnisvolle Leben der Ameisen und andere Absonderlichkeiten.

Für Connaisseure sind die GLITTER AND DOOM-Songs auf Doppelvinyl erhältlich, inklusive eines Download-Bons zum Herunterladen von Onkel Toms Tiraden. And all the glitter is… Katzengold.

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