Violent Femmes Hotel Last Resort


PIAS/Rough Trade (VÖ: 26.7.)

Als die Violent Femmes vor drei Jahren ihr erstes Album nach langer Pause veröffentlichten, nannten sie es WE CAN DO ANYTHING. Die Frage, die sich anschloss, lautete: Warum tut ihr es dann nicht? In ihren ersten Jahren Anfang der 80er nahm sich die Band diese Freiheiten, die Violent Femmes vermengten Postpunk mit 50s-Nostalgie und Straßenmusik-Folk. Das hätte furchtbar in die Hose gehen können, aber die Teenage Angst von Sänger und Songwriter Gordon Gano machte aus den Songs des legendären Debüts ein Meisterwerk der Adoleszenz.

Die ersten Zeilen von „Kiss Off“ fassen das bis heute perfekt zusammen: „I need someone a person to talk to / Someone who’d care to love / Could it be you, could it be you?“ Im Grunde überlegen die Violent Femmes seit dieser Großtat, wie es weitergehen könnte. HOTEL LAST RESORT ist nach einigen matten Alben 36 Jahre später ein überraschend guter Lösungsvorschlag. Immer wieder scheiterten Gano und Gründungsbassist Brian Ritchie daran, ihre Musik auf ein anderes Level zu heben. Die Violent Femmes als elektrische Rockband oder mit elektronischen Elementen? Braucht niemand. HOTEL LAST RESORT klingt nun wieder nach Straßenecke, es kommen chaotische Bläser dazu, beim Titelstück spielt Tom Verlaine von Television eine abenteuerliche Gitarre mit Tönen, die sonst niemand erwischt. Teenage Angst kann Gano mit Mitte 50 nicht mehr rüberbringen, aber er kann als Pseudo-Rapper lahme Bands beschimpfen, die einen Refrain an den nächsten reihen.

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Er kann auch weise Liebeslieder wie „Everlasting You“ singen. Meisterhaft ist der Titelsong geraten: Zu Verlaines göttlicher Gitarre gibt Gano einen Musiker auf der letzten Runde, dabei gelingt ihm ein sensationelles Selbstporträt mit universeller Gültigkeit: „I don’t change the chords anymore / The chords change by themselves.“

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