Wangel Reasons


Playground Music (VÖ: 06.10.)

Beim Gedanken an Musik aus Dänemark öffnen sich unliebsame Schubladen: „Eurovision Song Contest“-Gewinner oder die Prollrocker von Volbeat springen einem da entgegen. Gut, der ehrwürdige Lars Ulrich ist auch Däne. Genau wie die beiden jungen Herren hinter Wangel: Das Projekt von Kasper Ejlerskov Leonhardt und dem namensgebenden Peter Wangel bringt das zweite Album heraus. REASONS heißt es: „Gründe“.

Gründe, es zu hören, gibt es sicherlich: Die Platte greift zurück auf den modernen, melancholischen Electro-Indie-Pop für späte Stunden, den Bon Iver im letzten Jahr mit seinem Album 22, A MILLION noch einmal auf eine neue Stufe hob. Wangel bedient sich merklich an dieser Ästhetik, die Stimme wird gepitch, die Sounds sind tiefgreifend, die Lyrics soft und thematisieren die Liebe. Doch den Herren aus Kopenhagen fehlt der Wagemut: Wo Bon Iver zu Glitch-Elementen greift und dem Hörer etwas zumutet, baden Wangel eher in ihrer Comfort-Zone, sind soundtechnisch unvariabel und öffnen die Türen für pathoshaltigen Pop: Nicht selten klingen auf REASONS auch Elemente der späten Coldplay zu unsäglichen GHOST STORIES-Zeiten an, man höre nur den Song „Silent Drum“. REASONS klingt überraschend international, ein Album für den globalen Markt, das technisch prima produziert wurde: Aber den Kompositionen fehlt die textliche Tiefe, der musikalische Blend aus RnB-, Pop- und Electronica-Elementen ist leider auch nichts wirklich Innovatives mehr.


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