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Waxahatchee Saint Cloud


Merge/Cargo (VÖ: 27.3.)

Die ersten beiden Songs auf SAINT CLOUD stehen für den Spagat, den Waxahatchee meistern will:  „Oxbow“ besitzt die Indie-Rock-Gesten ihrer frühen Platten, Breeders und Throwing Muses schimmern durch, es rumpelt  melodieselig, „Can’t Do Much“ dagegen ist purer Country-Rock, die Stimme klingt lieblicher, Harmonien und Arrangements greifen auf die Blaupause unzähliger Western-Songs zurück.

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Der Klassenunterschied zwischen den beiden Songs ist eklatant, trotzdem ist klar, welches Stück im Radio laufen wird. Waxahatchee setzt ihre Wandlung vom Indie-Rock-Revival-Artist zur Neo-Americana-Künstlerin fort, jedoch schadet das der Kraft ihrer Musik. Bei vielen Songs spielen die Beteiligten mit angezogener Handbremse. Produzent Brad Cook, Kumpel und Kompagnon von Justin Vernon, gelingt es nur an wenigen Stellen, die Gemütlichkeit zu durchbrechen.

„The Eye“ ist ein Positiv­beispiel, hier sind die Zügel locker, der Gesang ist weiter nach vorne gemischt, die Stimme dringlicher. Schön wird es auch am Ende, wenn die Balladen „Ruby Falls“ und „Saint Cloud“ an 90s-Alt.-Country-Acts wie Hazeldine oder Freakwater erinnern, die bei aller Traditionsliebe gerne windschief klangen. Vielleicht führt Waxa­hatchee das nächste Album weiter in diese Richtung, auf halber Strecke entsteht jedoch leider Stillstand.


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