Ziúr ATØ


Planet Mu/Cargo (VÖ: 15.11.)

Vielleicht fühlt sich Simon Reynolds nach dem ersten Durchgang des zweiten Albums der Berliner Produzentin berufen, einen Nachfolger seines viel diskutierten und kritisierten think pieces „Conceptronica“ zu verfassen, in dem er kontemporäre elektronische Musik als mit Bedeutung aufgeladenes Ausstellungsstück beklagt. Denn auch ATØ ist ein Album, das es sich nicht im Club gemütlich machen möchte, sondern eigene Räume schafft, in denen es existieren darf und anderen ihren safe space ermöglicht: „For people who fight for their existence, every day.“, sagt sie selbst über die Intention der Platte.

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Diese Räume sollen nicht allen gefallen, sondern fast abschrecken durch die Unvorhersehbarkeit, die der Platte ihre Spannung verleiht. Für Ziúr bedeutet das, digitale, blecherne Drum-Sounds, produziert von Maschinen, die das Wort Rhythmus maximal buchstabieren können und schabende Beats, die das Tageslicht meiden, gemixt mit R’n’B und Pop. Musik, die viel davon versteht, sich oft zu verwandeln.

Nicht nur Gäste wie Samantha Urbani verknoten ihre Stimmen dafür in die Tracks, auch Ziúr selbst greift zum Mikrofon. Das klingt auf „I Vanish“ wie ein längst vergessenes Kinderbuch, gelesen von einem kleinen Roboter, im Opener „ATO“ dagegen wie die in schwarze Farben gehüllten Gesangseinlagen von frühen Fever-Ray-Songs.

ATØ im Stream hören:


Welches Musik-Equipment verwendet eigentlich... Kurt Vile?
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