Robbie Williams: Viel Kritik für WM-Auftritt in Russland

Überraschend ist es schon, dass der Brite Robbie Williams bei der Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 auftritt, denn immerhin wird der offizielle Song zum Turnier von Nicky Jam, Will Smith und Era Istrefi gesungen. Die Organisatoren haben entschieden, dass das Trio erst zum Abschluss des Turniers mit dem Lied „Live It Up“ auftreten wird und setzen zum Eröffnungsspiel auf zwei internationale Stars sowie etwas russische Klassik.

„Seele verkauft“

Robbie Williams wird zur Eröffnungsfeier mehrere Hits performen, unter anderem „Rock DJ“. Jason Derulo hingegen wird einen aktuellen Hit singen, er hat für den Sponsor Coca Cola das Lied „Colors“ geschrieben. Dazu wird die russische Opernsängerin Aida Garifullina einen Song zum Besten geben. Robbie Williams hat sich in den vergangenen Tagen gut sichtbar in sozialen Netzwerken wie Twitter und Instagram auf den Auftritt gefreut, erntet aber auch viel Kritik für seine Show im Luschniki-Stadion in Moskau.

Kritik für seinen Auftritt kommt nicht nur von Fans, sondern zum Beispiel auch vom britischen Abgeordneten John Woodcock. Dieser wirft Williams vor, sich zum Teil von Wladimir Putins Propaganda-Maschine zu machen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren den Auftritt ebenfalls, in Russland werden zum Beispiel Homosexuelle systematisch unterdrückt, der vom Staat geschürte Nationalismus fördert dazu auch Hass auf Ausländer. Bill Browder, Leiter einer Anti-Korruptions-Organisation, meldete sich über Twitter: „Es gibt viele Gelegenheiten, um Geld zu verdienen, Robbie Williams, aber seine Seele an einen Diktator zu verkaufen, sollte keine davon sein. Schande über dich.“

Williams trifft Kritik aus dem eigenen Land speziell deswegen mit voller Wucht, weil England und Russland gerade eine diplomatische Krise durchleben. Ein in England durchgeführter Giftanschlag auf einen ehemaligen russischen Agenten und dessen Tochter bestimmt seit Wochen die Schlagzeilen, die englische Regierung macht Russland für das Attentat verantwortlich. Aus diesem Grund reisen britische Politiker und Mitglieder der Royal Family auch bewusst nicht zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018.


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