Rosalía entschuldigt sich für Picasso-Lob – aber reicht das?
Rosalía lobte Picasso in einem Podcast und erntete massive Kritik. Ihre Entschuldigung via TikTok klingt aufrichtig – überzeugt aber nicht jeden.
Rosalía entschuldigt sich für Kommentar zu Picasso: Die „Berghain“-Interpretin hatte für eine Aussage in einem Podcast, den sie gemeinsam mit der Argentinierin Mariana Enriquez aufgezeichnet hatte, viel Gegenwind bekommen.
In dem Gespräch erzählte sie, dass sie Picasso und seine Kunst sehr schätze – insbesondere „seine Kühnheit beim Malen, die sich von der aller anderen unterscheidet“. Sie fügte hinzu: „Ich habe kein Problem damit, die Kunst vom Künstler zu trennen, denn wenn ich ihn gekannt hätte, hätte ich ihn vielleicht gemocht, oder vielleicht auch nicht.“
Aufgrund dieser Aussage bekam die spanische Sängerin einen Sturm der Entrüstung im Internet ab. Denn Picasso gilt trotz seines gewaltigen Einflusses auf die Kunst als höchst problematische Persönlichkeit.
Entschuldigung via TikTok
Jetzt entschuldigte sich Rosalía via TikTok. Sie erklärte, dass sie unzufrieden mit ihrem Lob an Picasso sei und zum Zeitpunkt des Interviews nicht ausreichend über den Künstler informiert gewesen war. „Ihr habt recht, und danke, dass ihr mich belehrt habt. Ich versuche, mehr zu lernen und nicht mehr über Dinge zu reden, über die ich nicht genug weiß.“
Zugleich verteidigte sie ihren eigenen Standpunkt und erläuterte, dass sie sich nur 24 Stunden für einen Promo-Termin in Buenos Aires befunden hatte. Sie sagte: „Ich habe nonstop geredet, eine Menge Promotion gemacht, und ehrlich gesagt: Wenn du so viel redest, kommt es irgendwann zu einem Punkt, an dem du etwas sagst, was keinen Sinn ergibt.“
Rosalía betonte, dass sie Picasso bislang nur als bedeutende Persönlichkeit gekannt habe und zum Zeitpunkt des Interviews nicht genug über die Misshandlungsvorwürfe rund um den Künstler gewusst habe. Sie entschuldigte sich für den Mangel an Sensibilität und Empathie gegenüber seinen Missbrauchsopfern, den sie im Gespräch gezeigt hatte.
Picasso: Einfluss und Kritik
Pablo Picasso gilt als einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts und Mitbegründer des Kubismus. Gleichzeitig wird er seit Jahren kritisch diskutiert, insbesondere wegen seines Umgangs mit Frauen. In ihren Memoiren schrieb Françoise Gilot, eine seiner Partnerinnen: Picasso behandle Frauen entweder wie Göttinnen oder Fußmatten. Während ihrer gemeinsamen Beziehung drohte er ihr demnach, sie eine Brücke hinunterzustoßen. Auch Dora Maar – Fotografin, Freundin und Muse des Künstlers – berichtete von Misshandlungen. Allein die Zuschreibung seiner romantischen Partnerinnen als Musen drängt diese in eine passive Rolle, obwohl sie selbst als Künstlerinnen, Fotografinnen und Tänzerinnen bekannt waren.
Picassos Verhalten gegenüber Frauen war inakzeptabel – das ist bekannt und gilt erst recht nach heutigem Maßstab. Von einer Künstlerin wie Rosalía, die sich selbst als Feministin bezeichnet und dies in ihrer Musik verarbeitet, hatten ihre Fans mehr erwartet.







