Sarah Engels beim CSD 2026: Cologne-Pride-Booking spaltet
Sarah Engels soll die Cologne Pride headlinen. Die queere Community fragt sich: Passt das wirklich?
Mit ihrem Song „Fire“ belegte die 33-jährige Sarah Engels beim ESC lediglich Platz 23 von insgesamt 25 Teilnehmerländern. Am Tag ihres Auftritts gab die Cologne Pride auf Instagram bekannt: Die gebürtige Kölnerin trete nicht nur für Deutschland beim ESC an, sondern werde auch der Headliner des CSD-Wochenendes 2026 sein. Die Ankündigung trifft im Netz auf Unverständnis.
Die Cologne Pride organisiert jährlich die größte Demonstration anlässlich des Christopher Street Days in Deutschland. Laut Veranstaltenden seien 2025 insgesamt 1,1 Millionen Besucher:innen für queere Rechte auf die Straße gegangen. Die Feierlichkeiten finden 2026 vom 19. Juni bis zum 5. Juli statt, mit der finalen Demonstration inklusive zahlreicher Konzerte am 5. Juli. Im vergangenen Jahr stand die Band Chulcha Candela als Headliner auf der CSD-Bühne. Nun soll Sarah Engels Nachfolgerin werden – doch viele Leute auf Social Media sind wenig begeistert. In den Kommentarspalten findet sich Unmut in Form von beispielsweise: „Wer auch immer für das Booking verantwortlich war – Abmahnung aus der Community.“ Der allgemeinen Empörung liegt die Frage zugrunde, wie Engels’ Wertevorstellung mit der Botschaft des CSD vereinbar ist.
Kann sie Ally sein?
Zuvor war Kritik an Engels aufgrund ihrer Aussagen über Feminismus aufgekommen. In einem Interview mit dem Podcast „Mercie Chérie“ offenbarte sie, sie würde sich selbst nicht zwingend als feministisch bezeichnen: „Weil ich einen ganz, ganz tollen Mann habe und ich mag auch Männer.“ Engels bedient damit den weitverbreiteten Irrglauben, dass Feminismus mit Männerhass gleichzusetzen sei. Dabei enthält ihre Musik eigentlich eine klare Botschaft: Mit ihrem Album „Strong Girls Club“ singt Engels über starke Frauen, und sie ist Gründerin einer Stiftung mit dem Namen „Starke Mädchen“. Auch ihr ESC-Song „Fire“ soll Frauen mit „Female Empowerment“ erreichen, wie sie im ESC-Interview erzählte. Gerade wegen dieser Diskrepanz zwischen ihren Worten und Taten spekulieren die Leute im Netz: „Ich glaube, sie weiß nicht, was Feminismus bedeutet.“ oder auch „Hat sie feministisch vielleicht mit lesbisch verwechselt?“
Nach der Ankündigung der Cologne Pride stellt sich nun die Frage: Sollte sie tatsächlich auf dem CSD performen? Schließlich dreht sich der CSD um das Stark-Machen von ansonsten klein-gehaltenen Stimmen. Eine Content-Creatorin auf TikTok äußert sich pointiert: „Die hätten meinen kleinen Zeh einladen können und der hätte mehr zu tun gehabt mit CSD.“
Ob die Organisator:innen des CSD sich ihrer kontroversen Entscheidung bewusst sind, ist unklar. Auch Sarah Engels hat sich bislang nicht zu ihrem Auftritt am 5. Juli geäußert.



