Fehlt Sophie Turner für Tomb Raider der Badass-Vibe?
Die ersten Bilder der „Game of Thrones“-Darstellerin als Game-Heldin lösen im Netz Stirnrunzeln und Gelächter aus.
„Wie ein schlechtes Cosplay-Kostüm!“ Das ist nur eine der harten Reaktionen im Netz, nachdem die ersten Bilder von Sophie Turner als Lara Croft auftauchten. Am Donnerstag (15. Januar) teilte die Schauspielerin ein erstes Bild von sich aus „Tomb Raider“.
Amazon Prime Video will aus dem Videospiel-Klassiker eine neue Serie machen. Doch die steht schon jetzt wegen ihrer Hauptdarstellerin mächtig unter Beschuss. Dabei gibt es doch bisher nur First-Look-Bilder!
Zu sehen ist Turner, vielen natürlich vor allem noch bekannt als die vermeintlich naive Sansa Stark in „Game of Thrones“, im ikonischen Kostüm von Lara Croft vor einer Fotoleinwand. Das Posing und die Kleidung der Archäologin und Abenteurerin wirken stilecht und kaum neu interpretiert. Vielleicht ist es das, was viele Gamer-Fans im Internet belustigt oder gar erzürnt.
Für viele ist Sophie Turner eine Fehlbesetzung als Lara Croft
Von „Fehlbesetzung“ ist die Rede. „Das ist nicht meine Lara“, schrieb etwa ein User unter den Instagram-Post der 29-Jährigen. Viele stören sich daran, dass der Look der Figur im Grunde an die Anfangszeit der Videospielereihe erinnere, obwohl doch der Charakter vor allem auch äußerlich sehr viele Veränderungen durchgemacht hat. Nicht zu vergessen, dass mit Angelina Jolie und Alicia Vikander zwei Hollywood-Kolleginnen bereits vorgelegt haben.
Häme gab es auch damals, die hat sich mit der Zeit aber oft wieder aufgelöst. Das lag wohl auch daran, dass die Filme ziemlich erfolgreich waren, der erste Film mit Jolie von 2001 galt sogar lange Zeit als eine der erfolgreichsten Game-Adaptionen.
Kaum zu erklären ist es dennoch, warum Turner nun mit Attributen wie „schläfrig“ und „Witzversion von Coolness“ leben muss. Auf Reddit erklärten viele User, dass wohl keine Persönlichkeit weiter entfernt von dem sein könnte, was Lara Croft verkörpert, als die Britin (selbst wenn klar sei, dass sie durchaus keine schlechte Schauspielerin sei, so heißt es einhellig).
Möglicherweise kommen hier nun gleich zwei Shitstom-Kategorien zusammen, die in den letzten Jahren Überhand genommen haben:
- Das Kritisieren des Verhaltens bestimmter beliebter Figuren in Serien, wenn es gegen den Mainstream verstößt. Man könnte es den Skyler-White-Effekt nennen, angelehnt an die von Anna Gun gespielte Ehefrau von Walter White in „Breaking Bad“, die für ihr argwöhnisches Handeln in der Serie massiv im Internet angegangen wurde. Turner spürte bereits massiven Gegenwind für ihre „GoT“-Darstellung, sprach später gar davon, dass dies bei ihr zu Depressionen führte.
- Pauschalurteile der Gamer-Szene, die sich bei der Darstellung ihrer Lieblinge an der zuweilen sexistischen Präsentation in Videospielen orientieren. Unverhohlen wird dann etwa über unterschiedliche Attraktivitätsgrade von Frauen schwadroniert, wie etwa im Fall von Bella Ramsey in der Serien-Umsetzung von „The Last of Us“. Begründet wird dies dann oft mit divergierenden Charaktereigenschaften. Kaum überraschend: In Foren wird vor allem über die Körbchengröße und den schlaffen Körperbau der neuen Lara Croft diskutiert.
Ob Sophie Turner „Tomb Raider“-Heldin Lara Croft einen neuen Touch verleihen wird und wohl auch soll, mag zur Zeit noch völlig unklar sein, doch viele Fans unterstellen der Schauspielerin im Netz, nicht die nötigen Badass-Vibes zu haben. In Social‑Media‑Posts werden andere Namen wie Ruby Sear genannt, von denen Nutzer meinen, sie würden besser als Lara funktionieren. In YouTube‑Kommentaren und Videos ist teilweise die Sorge formuliert, Hollywood wolle starke Frauenfiguren in letzter Zeit „entfeminisieren“. Turner wird dabei als Beispiel genommen, dass Lara Croft angeblich weniger weiblich und glamourös inszeniert werden soll.
Es gibt unabhängig von solchen eher fahlen Geschmackskategorien auch andere Kritik: So bemeängeln manche, dass mit Sophie Turner bewusst eine bekannte „Game of Thrones“‑Darstellerin genommen wurde, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, statt eine Darstellerin zu suchen, die spezifisch zu Lara Croft passt. Von „Stunt Casting“ ist die Rede.
Zuletzt spielt wohl auch die Enttäuschung mit, dass die Vikander‑Ära zu Ende geht, obwohl lange eine Fortsetzung mit der Oscar-Preisträgerin im Gespräch war. Fans lobten vor allem die eher ernste, realistische Inszenierung des Reboot-Films von 2018. Aber auch hier ist noch nicht klar, in welche Richtung sich die „Tomb Raider“-Serie bewegen wird.



