Studie: Eltern geben den Musikgeschmack an Kinder weiter

Vor dem Musikgeschmack der Eltern gibt es kein Entkommen: Nicht nur Musik aus unserer eigenen Jugend, sondern auch aus der unserer Eltern verbinden wir laut einer Studie mit wohligen Gefühlen und persönlichen Erinnerungen. Zu diesen Ergebnis kommt eine in dem US-Wissenschaftsjournal „Psychological Science“ veröffentlichte Studie.

Den – zugegeben überschaubaren – Teilnehmern dieser Studie (22 Männer und 40 Frauen), die durchschnittlich 20 Jahre alt waren, spielte man unterschiedliche Hits vor – und zwar solche, die zwischen 1955 bis 2009 an der Spitze der amerikanischen Billboard-Charts waren. Angefangen mit “Rock Around the Clock” von Bill Haley & His Comets (1955) bis hin zu “Poker Face” von Lady Gaga (2009). Die Probanden sollten die Songs nicht nur danach bewerten, ob ihnen der Song emotional zuspreche, sondern auch danach, ob sie persönliche Erinnerungen damit verbinden.

Zunächst scheinen die Fakten banal: Mit der Musik, die nach unserer Geburt veröffentlicht wurde, verknüpfen wir mit den Jahren immer mehr persönliche Erinnerungen. Psychologen sprechen von einem Erinnerungshügel („Reminiscence Bump“): Erwachsene erinnern sich besonders an Ereignisse zwischen ihrem 10. und 30. Lebensjahr.

Das interessante ist aber, dass die Studienteilnehmer auch mit der Musik vor ihrer Geburt Erinnerungen an ihre Eltern verbinden. Solche Ausschläge seien besonders zwischen 1980 und 1984 zu beobachten, also der Zeit, in der die Eltern der Teilnehmer selbst zwischen 20 und 25 waren. Diese müssten demnach gemeinsam mit ihren Kindern Hits wie „Call Me“ von Blondie, „Every Breath You Take“ von Police und „Billie Jean“ von Michael Jackson gehört haben.

Einen weiteren, kleineren „Erinnerungshügel“ fanden die Forscher in den 1960ern, als Titel wie „Hey Jude“ von den Beatles die Charts dominierten. Hier fragen sich die Wissenschaftler, ob die Musik von den Großeltern auf die Enkel gewirkt habe oder ob die Musik damals schlicht besser gewesen sei. Die Studie soll jedenfalls großangelegt im Netz weitergeführt werden. Ob die Macher der Studie dann auch die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse zu den „Fünf Phasen des Musikgeschmacks“ mit einbeziehen werden?


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