Über eine Stunde lang: Arca teilt neuen Track „@@@@@“ – hier im Stream

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Mal so richtig in neue Musik eintauchen ist in Zeiten von ewig-vielen Spotify-Playlisten gar nicht mal so einfach. Aber Arcas Track „@@@@@“ würde in so einer Mischung an Songs von verschiedenen Künstler*innen definitiv auffallen und vor allem Gehör finden. Schon allein weil das neue Stück insgesamt 62 Minuten lang ist. Es ist ein experimentelles Riesenwerk, mit dem die Trans-Künstlerin Alejandra Ghersi seine und die Grenzen anderer austesten, dehnen und neu definieren will.

Hört und seht Euch hier „@@@@@“ von Arca an:


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Der Track ist gleichzeitig als Referenz auf das 2013 veröffentlichte „&&&&&&“ zu verstehen. In der Pressemitteilung heißt es dazu: „Für Arca besteht die Verwandtschaft darin, dass beides musikalische Quantenelemente sind, die aus morphenden Klangquanten bestehen.“ Mit den elektronischen Sounds will sie ausprobieren, wie weit sie gehen kann. Kann sie so viel herumexperimentieren, dass sich ihr eigener Ansatz an die Musik zerstört und dann wieder neu zusammenflicken lässt? Als Produzentin von Kanye West, Björk und FKA Twigs hatte Arca bisher immer wieder bewiesen, dass sie sich mühelos aus Komfortzonen herauswagen kann.

Gershi selbst erklärt das neue Lebenszeichen von sich so: „@@@@@ is a transmission broadcasted into this world from a speculative fictional universe in which the fundamentally analogue format of FM pirate radio remains one of few means to escape authoritarian surveillance powered by a hostage sentience gestated by a post-singularity AI. The host of the show, known as DIVA EXPERIMENTAL lives across multiple bodies in space in virtue of her persecution- in order to kill her, one would first have to find all of her bodies. The bodies that host her carry fetishes for the paralinguistic, breaking the fourth wall and nurturing a mutant faith in love in the face of fear.“

Am 18. Juni 2020 tritt Arca in Barcelona auf dem Sonar Festival auf. 2017 kam das aktuelle Album mit dem Titel ARCA heraus. Von ME-Autorin Laura Aha erhielt es fünfeinhalb Sterne. Sie schrieb über die damals noch als Mann auftretende Musikerin: „In seiner Muttersprache Spanisch, die für den Exil-Venezolaner gleichsam Identität und schmerzhafte Andersartigkeit symbolisiert, besingt er über dekonstruierten Soundscapes mit opernhafter Schönheit Liebe, Tod und Schmerz. Die morbide Inspiration fand er auf einem Londoner Friedhof, der als Schwulentreffpunkt dient.“



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