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„Suicide Squad“: Wir haben die Mitglieder nach Sinnlosigkeit sortiert

Gerade ist „Suicide Squad“ in Deutschland bei Netflix erschienen. Um die Comic-Verfilmung ist zuletzt ein riesiger Hype entstanden – wie bei jedem Superhelden-Film der letzten Jahre. Kurz vor dem US-Kinostart Anfang August 2016 kamen dann die ersten Kritiken. Fazit: Der Film ist schlecht. Schade, dabei sahen die Trailer und Clips um die Hauptdarsteller Will Smith und Margot Robbie vielversprechend aus.

Den Fans war es egal. „Suicide Squad“ von Regisseur David Ayer brach August-Rekorde, spielte über 600 Millionen Dollar ein. Doch auch vielen Fans von Comic-Verfilmungen dämmerte es, dass der Film nicht annähernd sein Potenzial ausschöpfen konnte. Grund hierfür ist wieder einmal auch die hohe Anzahl an Charakteren. Seit geraumer Zeit folgen Comic-Verfilmungen dem Trend, nicht nur einen Helden in den Mittelpunkt zu stellen, sondern gleich ein ganzes Team auf eine Mission zu schicken.

Was bei den „Avengers“ von Marvel gut geklappt hat, ging bei „Captain America: Civil War“ gerade noch so gut, da zumindest fast alle Figuren bereits aus anderen Filmen bekannt waren. Und bei „Suicide Squad“? Nun ja. Da laufen prominente Namen ohne viel Hintergrundgeschichte und vor allem ohne jegliche Motivation durch eine zerstörte Großstadt und töten gesichtslose Schurken, die einem (langweiligen) Videospiel-Level entsprungen scheinen.

Die Plakate und Trailer zu „Suicide Squad“ sind voller Gesichter, Namen und Fähigkeiten. Wir haben den Film bereits gesehen und können Euch sagen, welche Figur wirklich wichtig ist und wer eigentlich nur für ein paar hübsche Poster in den Film gequetscht wurde – und ihn dadurch zu dem zerstückelten Debakel macht, das „Suicide Squad“ letztendlich ist. Dabei beginnen wir mit dem unnötigsten Charakter des Films:

11. Slipknot (Adam Beach)

Nachdem alle Charaktere bereits vorgestellt wurden, steigt Slipknot, der „auf alles hochklettern kann“ aus einem Auto und boxt eine Frau um. Hat man Lust auf diesen Antihelden? Nein. Deshalb stirbt er auch nach zwei Szenen. Da war selbst Martin Freeman in „Civil War“ wichtiger.

10. Katana (Karen Fukuhura)

„Suicide Squad“ hat ein sehr gestörtes Verhältnis zu Frauen. Gleich zwei Mal werden sie für einen kurzen Gag geschlagen, Margot Robbies Hintern wird stellenweise zum selbstständigen Darsteller. Und Katana? Darf gefühlt kein Wort sagen und der Gruppe nur brav hinterherlaufen.

9. Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Ajbaje)

Sollte wohl ein sympathisches Monster werden. Im finalen Film bleibt nur ein wortkarger Krokodilsmensch, der an einer entscheidenden Stelle, wenn es in einen gefluteten Tunnel geht, immerhin einen Nutzen hat.

Slipknot und Killer Croc.
Slipknot und Killer Croc.

8. Der Joker (Jared Leto)

Was wurde im Vorfeld denn nicht alles über Jared Letos Neuinterpretation des ikonischen Batman-Bösewichts spekuliert. Wird er an Heath Ledger heranreichen und welche Überraschungen wird er im Film bereithalten? Die Aufregung löst sich ab der Hälfte des Films in Luft auf. Der Joker ist maximal in kurzen Rückblenden interessant, zur Haupthandlung hat er überhaupt nichts beizutragen. Eigentlich hätte man den Charakter überhaupt nicht den Joker nennen müssen. Jared Leto könnte hier von der Wertigkeit auch nur irgendeinen Mafiosi spielen können.

Jared Leto als Joker.

7. Captain Boomerang (Jai Courtney)

Wenn das „Suicide Squad“ gegen eine Hexe mit magischen Kräften in den Kampf zieht, ist tatsächlich ein versoffener Australier mit einem Bumerang dabei. Macht das Sinn? Natürlich nicht. Aber hier macht wenig Sinn, und zumindest sorgt Jai Courtney für einige der wenigen guten Witze im Film.

6. Harley Quinn (Margot Robbie)

Was für einen Typen mit Bumerang gilt, gilt auch für eine Frau mit Baseballschläger. Eigentlich ist sie in der paranormalen Schlacht kaum zu gebrauchen. Dank Margot Robbies gut gespielten Wahnsinn freut man sich trotzdem über Harley Quinns Szenen. Außerdem hat Regisseur David Ayer wenigstens versucht, ihr eine ordentliche Hintergrundgeschichte zu geben. Es bleibt aber leider nur beim Versuch.

5.  Deadshot (Will Smith)

Dass Will Smiths Antiheld beruflich Leute abknallt, gerät schnell in den Hintergrund. Der arg aus der Mode geratene Smith hat die Produzenten breitgeschlagen, dass er einen Killer mit Herz und – natürlich – kleiner Tochter spielen kann. So wird er für die Zuschauer zum Anker des Films, für die Handlung bleibt er aber trotzdem eher unwichtig. Er knallt halt die meisten Gegner ab. Reicht schon für einen vorderen Platz.

4. The Enchantress (Cara Delevingne)

Enchantress.
Cara Delevingne als The Enchantress.

Ist wichtig, weil sie immerhin der Endgegner im Film ist. Falls das jemand als Spoiler empfindet – es ist schlichtweg die Handlung. Nach 10 Minuten steht fest, dass die Hexe durchdreht und irgendein Loch im Himmel der fiktiven Stadt öffnet um irgendetwas damit kaputt zu machen. Die Hexe ist eine der belanglosesten Endgegner der Superhelden-Film-Historie. Und genau so wird sie von Model Delevingne auch gespielt.

3. Rick Flag (Joel Kinnaman)

Erstmal Respekt an Rick Flag, er hat immerhin die mächtige Hexe Enchantress flachgelegt. Seine Liebe zu der Schurkin gibt ihm immerhin eine besondere Motivation für sein Handeln und sein Male-Bonding mit Will Smith gibt beiden einen Entwicklung innerhalb der begrenzten Geschichte. Kann man was mit anfangen.

2. El Diablo (Jay Hernandez)

Macht cooles Zeug mit Feuer und hat tatsächlich so etwas wie eine Entwicklung seines Charakters: El Diablo.
Macht cooles Zeug mit Feuer: El Diablo.

Ist am Anfang etwas still, ist aber tatsächlich fast der interessanteste Schurke/Held/Wasauchimmer im Film. Er weigert sich, seine Kräfte einzusetzen, hat ein schlechtes Gewissen ob seiner Vergangenheit und wartet im finalen Fight sogar noch mit einer echten Überraschung auf. Außerdem gehen Feuertricks immer. Immer!

1. Amanda Waller (Viola Davis)

Nicht nur, dass Waller das Team überhaupt zusammenstellt. Sie ist quasi eine Side-Mission für die Darsteller des Films und obendrein der einzige wirkliche Badass-Charakter im ach so moralisch verwerflichen Team, das am Ende aber doch nicht von der Leine gelassen wird. Wer knallt ein paar unschuldige Leute ab? Amanda Waller.

Der einzige echte Gangster im Film: Viola Davis.
Der einzige echte Gangster im Film: Viola Davis.

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