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Nachbericht & Fotos

Wireless Festival 2019: Von ungeladenen Bühnengästen und motivierten Hochkarätern

Am 5. und 6. Juli versammelten sich im Alten Rebstockpark Frankfurts zahlreiche Vertreter der Generation „Modus Mio“, um beim diesjährigen „Wireless Festival“ zu aufwändig inszenierten Auftritten sowohl internationaler als auch nationaler Rap- und R’n’B-Größen wie Cardi B, Travis Scott, Migos, Rita Ora, BausaMarteria und Bonez MC abzugehen.

Mit seinen durchgestylten Outfits und den immer wieder zu beobachtenden „spontan“ eingelegten Fotoshoots für Instagram und Co. erinnerte das Publikum stark an jene Influencer-Schar, die jedes Jahr zum inzwischen maßlos überhypten „Coachella Festival“ pilgert. Stimmungsmäßig hatte das Wireless 2019 dann aber doch noch einige weniger routinierte Momente der Ausgelassenheit zu bieten und überzeugte durch eine Fan-nahe Kommunikation sowie ein unbestreitbar hochkarätiges Line-up.

Neben der musikalischen Unterhaltung auf zwei Bühnen bot das „Urban Music und Lifestyle Festival“ außerdem eine Shisha-Area, verschiedene Essensstände und Cocktailbars, Street Art und Breakdance Performances, die zwischen den eng-getakteten Auftritten dafür sorgen sollten, dass bloß keine Langeweile aufkommt.

Mit seinem überschaubaren Gelände gehört das Wireless zu den verhältnismäßig kleineren Events seiner Art, was – wie so viele Dinge im Leben – seine Vor- und Nachteile mit sich bringt. So war die allgemein herrschende Atmosphäre durchaus familiär, die Gefahr, einander in der Menge zu verlieren sehr gering.

Dafür sorgten zu den Headliner-Stoßzeiten schon sehr früh gigantische Menschenansammlungen vor den Bühnen dafür, dass man sich kaum auf dem Gelände fortbewegen konnte. Ein weiteres, vermutlich der Größe des Terrains geschuldetes, Manko: Besonders Samstag sammelten sich an sämtlichen Ecken in Rekordzeit unangenehme Mengen von Müll, die von den durchaus bemühten, aber wohl leider einfach unterbesetzten Reinigungskräften unmöglich schnell genug beseitigt werden konnten.

Umso präsenter waren dafür die auf dem Festivalgelände patrouillierenden Polizeibeamten. Während man auf Elektro-Festivals wie der Fusion über solch ein Aufgebot schockiert gewesen wäre (ach was, das Festival hätte gar nicht erst stattgefunden!), schien sich beim Wireless keiner daran zu stören. Im Gegenteil: Auf Nachfrage äußerten sogar einige Besucher, dass man sich durch die Anwesenheit der Beamten irgendwie sicherer fühle.

Und auch die Organisation des Festivals wurde von vielen der angereisten Gäste im Nachhinein gelobt. So sorgte beispielsweise eine Wireless-App dafür, dass die Besucher rechtzeitig über bereits im Vorfeld bekannte (Shirin David und Kodak Black) sowie kurzfristige (Mero) Konzertausfälle inklusive entsprechender Line-up-Änderungen informiert wurden.

Auch um das körperliche Wohlbefinden der fast 70.000 Teilnehmer waren die Organisatoren bemüht: So ermahnten sie diese regelmäßig, sich mit Sonnencreme einzuschmieren (immerhin erreichte das Thermometer am Samstag 31 Grad) und genug Wasser zu trinken (kostenlose Trinkwasserstellen sollten dies gewährleisten, waren aber leider zeitweise sehr überlaufen). Immerhin erhielten die Festivalbesucher Samstagabend während G-Eazys Auftritt eine kleine Abkühlung in Form eines kurzen Regenschauers.

Nach energiegeladenen und anscheinend planmäßig abgelaufenen Auftritten von Rick Ross, RIN, Marteria und Casper gesellte sich Freitagabend dann überraschend ein eher ungebetener Gast zu Travis Scott auf die Bühne. Der wagemutige Fan, der es irgendwie geschafft hatte, über die Abgrenzung zu klettern, wurde kurzerhand von den zuständigen Ordnern Richtung Publikum manövriert, wollte die Art seines Abgangs dann aber wohl doch selbst bestimmen. Wie Peter Pan breitete er die Arme aus, sprang von der Bühne und ließ sich von der – zum Glück – geistesgegenwärtigen Zuschauermasse auffangen und wieder sicher zu Boden tragen.

Cardi B betrat schließlich Samstagabend mit stolzen 40 Minuten Verspätung die Bühne. „Are you ready for Cardi Party?“, begrüßte die Ex-Stripperin das verbliebene Publikum und versuchte mit einer aufwändigen Pyro-Show und einem Mix aus ihren bekanntesten Hits, die leicht genervten Besucher zu besänftigen und ihnen so einen angenehmen Festival-Abschluss zu bescheren.

Anscheinend mit Erfolg: Beim Verlassen des Geländes waren es vor allem Adjektive wie „lit“ und „krank“, mit denen man versuchte, das gerade Erlebte zu verbalisieren. Die Aussicht auf eine dritte deutsche Ausgabe des aus London stammenden Festivals scheint also gar nicht so unwahrscheinlich.

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