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„Zack, zack, scheisse“: 10 Dinge, die wir bei Lady Gaga im Berliner Berghain gelernt haben

Es war ein militärisch durchchoreografierter Abend: Schlange links, anstellen, Name, neue Schlange, noch mal Namen prüfen, neue Schlange, Handy abgeben, neue Schlange, Metallscanner, Hilfe!, wo sind wir hier eigentlich? Alles zack, zack, keine Widerrede, hinein in die Halle am Berghain, die nur für besondere Veranstaltungen öffnet. Nach 90 Minuten tritt Lady Gaga auf den Plan, mit Kaiserschnurrbart und straff zurück gegelten Haaren. Sie spielt ihr neues Album ARTPOP von Track 1 bis 15 durch, dann schnell zehn Fragen beantworten, ein Lied live spielen und vor Mitternacht ins Bett zurück. Ein Rausch voller Popmusik, jetzt bitte kaufen, aber zügig!

Zehn Dinge, die wir bei diesem Disco-Dampfmaschinen-Marsch gelernt haben:

1. Zum ersten Mal dürfen auch Menschen in das Berghain, die mit einem „gesetzlich vorgeschriebenen Begleiter“ da sind.

2. Lady Gaga kann, wenn sie will, wie der Sänger von Soul Asylum („Runaway Train“) aussehen. Auf einem Plakat in der Halle trägt sie dicke blonde Rastalocken, eine gruselige Dekonstruktion.

3. Ach ja, es geht um Dekonstruktion. Gaga war gestern, heute ist, eh, Gaga.

4. Es gibt zwei Balladen auf dem Album.

5. Die anderen Titel sind Stampfer, Ruckizucki-Tanzbodenknaller.

6. Gaga-Fans tragen selbstgebastelte Kostüme, keine Markenklamotten. Das ist, diplomatisch ausgedrückt, immer ein Hingucker.

7. Es muss die Hölle sein, Bodyguard für Lady Gaga zu sein. Sie geht so unbekümmert und ziellos durch den Saal, als wäre sie Lieschen Müller.

8.  “Die Zeit”-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo ist ein Fan. Jedenfalls steht er im Publikum, einen Schal elegant über die Schulter geworfen.

9. Lady Gaga kann auch nach zwei Tagen Berlin nur ein deutsches Wort: Scheisse. Das finden alle Fans zum Schreien.

10. Es gibt zu wenig Sushi und zu viel Wein.  


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