von Frank Sawatzki
Alben
Peaking Lights
936
Verwaschen, im Abgang leicht hallend und durchweg wundervoll: Ein Ehepaar aus Wisconsin übersetzt seine Lieblingsmusiken in eine selbst erfundene Psych-Dub-Sprache – down under im analogen Audio-Keller.
Foto:
Domino/Good To Go
Peaking Lights - 936
Der lange Weg, den dieses Album über die gewöhnlich gut
informierten Kanäle im Netz, das gute Not-Not-Fun-Label, über den
deutschen Vertrieb Cargo später im Jahr bis hin zu dieser „
offiziellen“ Veröffentlichung genommen hat, ist wahrscheinlich den
kosmischen Kurieren zu verdanken, die sich vor dem Klick auf „
Weiterleiten“ in den nebligen Galaxien von 936 verirrt hatten. Es
geht hier um nichts anderes als die romantische Liebe – zur
Retroelektronik und zur Exotik.
Ein Ehepaar aus Wisconsin spielt sich im Hobbykeller in den Geräterausch, Aaron Coyes und Indra Dunis übersetzen ihre Lieblingsmusiken für alle angeschlossenen Alternative-Zirkel in eine selbst erfundene Psych-Dub-Sprache. Angeführt von massiven, dröhnenden Bässen, denen jede Rock-Credibility genommen wurde, indem man sie aus einem weit, weit entfernten Soundsystem in die Sphären von 936 geschickt hat, begleitet von Orgel und Spaghetti-Western-Gitarre, zusammengeklebt von den Loops, die sich plötzlich aus alten Analog-Maschinen meldeten. All diese reichlich verwaschenen und im Abgang leicht hallenden Songs erzählen Geschichten davon, wie es ist, ein zweites Leben zu erhalten. Fraglos steht ihnen dabei das Recht auf Melancholie zu. Und das Recht auf das Spiel mit den Referenzen: Raincoats, King Tubby, Jah Wobble, wie heißen wohl Aaron und Indras Liebste?
„Hey Sparrow“ war einmal ein besonders hübsches Chanson, bevor Coyes und Dunis es begeistert in den Himmel geschossen haben. Wir hören noch, wie sie aufs Knöpfchen drücken. „Amazing And Wonderful“ darf an Serge Gainsbourgs zuletzt wiederentdeckte Percussions-Aufnahmen aus den frühen 60er-Jahren erinnern, bei den Peaking Lights fährt die Hammond-Orgel Serpentinen dazu, aber erst, wenn Indra Dunis’ schläfriger Weltklassesingsang auftaucht, wird das ein Peaking-Lights-Song, ein wunderbarer natürlich. Zum Finale spielen Peaking Lights ihr „Summertime“, einen elektronischen Holperblues aus der Beatbox, einen Sturm in der Dose, der neue Maßstäbe in der Kategorie Lo-Fi setzt. Die späte offizielle Veröffentlichung dieses Debütalbums hat auch etwas Gutes: Anfang 2012 erscheint schon das nächste Album von Peaking Lights. Jetzt und hier ist 936 gerade die beste Musik der Welt. Meine Platte des Jahres, was sonst? Key Tracks: „All The Sun That Shines“, „Amazing And Wonderful“, „Summertime“
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Kommentare (4)
Peaking Lights
Viel zu bunt und laut. Gefällt mir nicht. Sonst aber ganz gut.
von Schnuckie am 21. November 2011 11:29 Uhr
Hmm....
...recht anstrengend nach ner Weile
von Björn am 21. November 2011 12:02 Uhr
test
test
von am 21. November 2011 12:03 Uhr
Wow...
... was ein geiles Teil. Packt mich sofort. Das schießt völlig unerwartet in meine Top Ten des Jahres.
Anstrengend? Ganz im Gegenteil, Entspannung pur...
von Sick am 26. November 2011 23:57 Uhr