Hooray For Earth

Racy

Dovecote/Cargo

Synthesizer-Rockpop, gitarrig wie selten, so verschwenderisch wie zuvor.

Das dritte Album von Hooray For Earth beginnt mit einem satten Drone der Dreiviertel–Sunn-O)))-Klasse. Vorausgesetzt, man ist überhaupt mit dem Sound der New Yorker Gruppe vertraut, und vorausgesetzt, im Jahr 2014 könnte ­einen im Hause Pop noch irgendetwas erschrecken: Man könnte fast erschrecken dabei.

Doch das Einstiegsstück „Hey“, das dem Album als Zweieinhalb-Minuten-Intro dient, kriegt trotz anhaltendem Gebrutzel aus dem babylonischen Verstärkergetürm noch die Kurve Richtung Pop. Dank feierlichem Knabengesang samt Salbungs-Chor und dank eines noch feierlicheren Krönungszeremonie-Gitarrensolos. Zwar wird auch danach immer wieder mit Schmackes in die Gitarrensaiten gegriffen, und wo eine Shoegaze-Wolke ist, geht sich die Band darin munter verlieren, aber grundsätzlich bleiben Hooray For Earth eine Synthesizer-Rockpopkapelle. Sprich: Sie machen sich vor Lust jauchzend zu Sklaven des Sequencers, „Sound-Kaskaden“ wollen errichtet werden!

Was diese Band aber vor allem heraushebt: Selbst unter den vielen 80er-Revival-Kapellen der vergangenen Jahre gibt es kaum eine, die so verschwenderisch mit ihren Melodien umgeht wie Hooray For Earth. Die direkte Konkurrenz ist hier eher bei Alphaville oder Tears For Fears zu suchen. Nur hätten die sich damals in den Achtzigern niemals getraut, den schönen Pomp mit so viel Bumms vorzutragen.