Pretenders

Alone

BMG Rights Management/Warner

Dank Produzent Dan Auerbach und Chrissie Hyndes unvergleichlicher Stimme findet eine der größten Rock-Bands aller Zeiten wieder zu sich.

Genau so hatte man sich das vorgestellt: Ein einsamer Schlag aufs Becken, dann eine knarzende Gitarre, die Drums und ein Boogie-Klavier, bevor diese einmalig lakonische Stimme einsetzt. So beginnt ALONE, das Ergebnis der Zusammenarbeit von Pretenders-Alleinherscherin Chrissie Hynde und Bluesrock-Retter Dan Auerbach. Und so, ohne Überraschungen, geht es weiter.

Zwar gibt der Produzent Auerbach nicht nur im Titelsong oder in „Gotta Wait“ dem Gitarristen Auerbach Gelegenheit, seine patentierten, von den Black Keys bekannten Riffs einzubauen. Aber grundsätzlich klingen die Pretenders, die hier aus Hynde und dem Kreis von Studiomusikern bestehen, die Auerbach auch sonst in Nash­ville um sich schart, wie die Pretenders klingen sollten: ungeschliffen, aber nicht rumpelig, hingerotzt und doch elegant, atemlos und zugleich souverän, punkig, aber doch mit Sinn für die große, aus den 60s herüber gerettete Melodie, und nicht zuletzt, dank Hyndes immer leicht zynischem Timbre, sowohl sexy als auch selbstbestimmt.

Auerbach und Hynde, die beide, wenn auch im Abstand von ein bis zwei Generationen in Akron, Ohio, aufgewachsen sind, versuchen zwar das Naheliegende, aber das gelingt ihnen vorzüglich: Der Traditionsbewahrer und die Legende modernisieren vorsichtig den alten, immer noch aktuellen Ansatz. Auerbach lässt uns hören, wie großartig die Pretenders schon vor langer Zeit waren.