Gratiskonzerte am 1. Mai: Chaos und Sicherheitsprobleme in Kreuzberg?

Ikkimel, RapK und mehr performten for free anlässlich des Feiertages. Aber scheinbar waren die Gigs nicht nur Spaß für alle.

Chaos wegen Gratiskonzerten am 1. Mai. Nach den Veranstaltungen am Feiertag kam es in den Socials zu Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen bei den Shows, die am Tag der Arbeit stattfanden.

Besonders die Umstände beim Auftritt der Rapperin Ikkimel wurde im Nachhinein diskutiert. Auf Social Media klagten viele darüber, dass der Gig schlecht organisiert worden und es zu einer Massenpanik gekommen sei. Auf TikTok schilderten einige Leute, dass es zu panischen Reaktionen in der Menschenmenge gekommen sei.

Ikkimel auf dem Mariannenplatz

Die Künstlerin trat als Special Guest auf dem Mariannenplatz auf. Die Veranstaltung vor Ort wurde durch die Partei die Linke organisiert. Ikkimel kündigte ihren Auftritt einen Tag zuvor per Instagram an.

Trotz der spontanen Ankündigung fanden sich am 1. Mai laut Presseangaben etwa 9.000 Menschen vor Ort ein. Die Musikerin spielte etwa eine halbe Stunde – doch schon innerhalb kürzester Zeit soll es laut Besucher:innen zu einem Gedränge gekommen sein. Da viele Straßen auf den Mariannenplatz hinführen, sollen sich von allen Seiten Menschen hinzugedrängt haben. Das Publikum in der Mitte wurde angeblich immer weiter zusammengedrückt, bis dort laut Berichten kein Platz mehr gewesen sein soll. Eine Person berichtete: „Man kam nicht mehr raus. Vor mir haben Leute geschrien, hinter mir haben Leute geschubst.“

TikTok Placeholder
An dieser Stelle findest du Inhalte aus TikTok
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Die Linke verteidigt ihr Sicherheitskonzept

Die Linke, die den Auftritt organisiert hatte, meldete sich daraufhin gegenüber „rbb24“ und erklärte, bereits mit einer größeren Menschenmenge geplant zu haben. Das Sicherheitskonzept soll schon vor der Show an größere Menschenmengen angepasst worden sein. So seien Schutzgeländer an die Bühne gebaut, professionelle Security-Kräfte engagiert und ein großes Awareness-Team eingesetzt worden. Die Sanitäter:innen hätten alle Menschen, die sich unwohl fühlten, versorgt, so die Partei.

Die Rettungskräfte sowie Polizei und Feuerwehr vermeldeten auch offiziell keine Massenpanik.

RapK vs. Demo: Kollision an der Oranienstraße

Auch die Rapcrew RapK spielte ein Gratiskonzert in Kreuzberg. Direkt an der Oranienstraße nahe dem Rio-Reiser-Platz, wie die Gruppe zum 1. Mai verkündete. Dabei bedachten sie einen entscheidender Umstand nicht: Gleichzeitig sollte die Revolutionäre Demo genau dort entlangziehen. Aufgrund des RapK-Gigs kam es zu Verspätungen und Verwirrungen bei der Demonstration. Die Rapper versuchten zwar, auf den Protestzug aufmerksam zu machen und verschoben den Beginn ihrer Show – dennoch entstand eine chaotische Situation rund um den Auftritt. Gegenüber der „taz“ erklärten sie: „Musik war immer Teil von Protest und Protest immer ein elementarer Bestandteil unserer Musik und Sozialisation als Kreuzberger. Wir haben durch Ansagen über die Lautsprecher vor Ort und Posts auf unserem Instagram-Account versucht, den Weg für die Demo frei zu machen.“

BHZ und das Social-Media-Prinzip

Durch Social Media wird für solche Veranstaltungen im Vorfeld stets intensiv geworben, weshalb der Veranstaltungsort kaum noch eine Überraschung ist. So auch bei BHZ am Vorabend des 1. Mai: Das Rapkollektiv kündigte seine Show bereits Tage zuvor an, sodass sich eine große Menschenmenge vor Ort versammelte. Akute Probleme in der Menge ließen sich nicht aus Presse-Berichten oder aus den Socials herauslesen.

Klettern auf Bäume und Dächer

Dennoch kletterten laut Presse-Berichten und Socials bei allen drei Konzerten Zuschauer:innen auf Bäume, Straßenlaternen und Dächer, um die Musiker:innen zu sehen – eine gefährliche Entwicklung, weshalb die Konzerte teilweise unterbrochen werden mussten.

TikTok Placeholder
An dieser Stelle findest du Inhalte aus TikTok
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Wie ein Sicherheitskonzept für solche Gratisauftritte konkret aussehen soll, bleibt schwierig zu planen – zumal nie sicher ist, wie viele Menschen vor Ort erscheinen werden.