2017 wird das Jahr, in dem große Bands gemeinsam auf Tour gehen


Doppelt verdient es sich besser? Die Gründe für die folgenden Joint Ventures auf Zeit mögen verschiedene sein. Ein auffällige Häufung von Co-Headliner-Touren erleben wir derzeit aber allemal.

Wir haben da einen Trend im Popmusikgeschäft ausgemacht, der denkwürdig stimmt: 2017 scheint das große Jahr der Kollaborationen zu sein. Daft Punk feiern ihr Livecomeback bei den Grammys 2017 als Sidekicks von The Weeknd. Entertainment-Schwergewichte Lady Gaga und Metallica treten am selben Abend ebenfalls gemeinsam auf. Und ein Blick auf die jüngsten Tourankündigungen diverser Rock-, Pop- und Indiebands (siehe unten) legt nahe, dass hinter solchen Duetten längst System steckt.

Diese Pläne werfen ein paar Fragen auf: Wollen jene Bands ihre Fanbases vergrößern oder vereinen? Werden sie so in größere Hallen gebucht, die sie anders nicht mehr bespielen könnten? Reicht selbst das Livegeschäft für mittelgroße bis große Bands nicht mehr aus, verlorene Einnahmen aus fehlenden CD-Verkäufen wieder einzuspielen? Und bleibt bei einem Teilen der Ticketeinnahmen mehr für beide Acts übrig, weil man sich immerhin Equipment und den Busfahrer teilen kann? Hält also das Prinzip des Co-Workings Einzug in die Popmusik? Schließlich reden wir hier entweder von Co-Headliner-Touren oder von quasi ebenbürtigen Bands.

Zumindest eine Sache scheint gewiss: Wenn Bands wie Blondie und Garbage gemeinsam auf Tour gehen, dürfte es wiederum Duette geben, uns keine Grammy-Verleihung jemals so beschert hätte.

Bands, die 2017 gemeinsam auf ebenbürtige Tour gehen:

Blondie und Garbage

Blondie und Garbage, also Debbie Harry und ihre Band sowie Shirley Manson und ihre Band, gehen im Sommer gemeinsam auf „Rage And Rapture“-Tour. Nur in den USA, dafür fünf Wochen am Stück. Blondie bringen im Mai ihr neues Album POLLINATOR heraus, Garbages aktuelle Platte STRANGE LITTLE BIRDS erschien im Juni 2016.

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Incubus und Jimmy Eat World

Auf die guten alten Zeiten: Anfang der 2000er Jahre machten Incubus sich erfolgreich auf, dem durch New Metal versauerten Crossover ein ansehnlicheres Gesicht und eine gehörige Portion Funk und Pop zu verpassen. Zeitgleich räumten Jimmy Eat World mit ihrem Second-Generation-Emo jede Collegerock- und Indiedisco um. Das ist lange her, beide sind aber noch immer unterwegs: Incubus bringen dieses Jahr nach sechsjähriger Pause ihr achtes Album namens 8 heraus, Jimmy Eat World veröffentlichten 2016 ihre neunte Platte INTEGRITY BLUES. Gemeinsam buhlen sie im Juli und August in den USA um ihre alten Fans.

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Jimmy Eat World und Beach Slang

Im April und Mai proben Jimmy Eat World das Tourleben mit einer ungleich kleineren Band als Incubus: Gemeinsam mit Beach Slang touren sie ebenfalls durch die USA und schauen sich dort ab, wie man als Quasi-Vorband mal so richtig die Bude vorheizt:

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Hinds und Twin Peaks

Mit ihrem quirligen Indierock-Debüt schafften es die Mädchen aus Madrid prompt auf Platz 43 unserer 50 besten Platten des Jahres 2016. Die Jungs von Twin Peaks aus Chicago spielen „geschmeidigen Slacker-Blues-Rock, ideal zum Skateboard-Fahren und Liebeskummer-Bekämpfen“. Klingt doch wie gemacht für eine gemeinsame Tour, die leider nur in Kanada und USA im April passiert.

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Deftones und Rise Against

Faust in der Tasche vs. Faust in die Luft: Ex-Nu-Metal-Veteranen Deftones und Punkrockhymnenablieferer Rise Against gelten beide als Institutionen ihrer jeweiligen Szenen. Entsprechend groß ist die Schnittmenge unter ihren Fans, entsprechend groß dürfte auch der Andrang auf die Tickets werden. Deutschland geht hier ebenfalls leer aus, wenn auch nur halb: Ohne Rise Against kommen die Deftones im April mit ihrem aktuellen Album GORE auf Tour.

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Cat Power und Nick Cave And The Bad Seeds

Nick Cave und The Bad Seeds touren dieses Jahr mit Caves schrecklich persönlichem wie faszinierendem Album SKELETON TREE. In Kalifornien holen sie sich dazu Unterstützung von Cat Power – und damit von einer Musikerin, die, wenn nicht gerade Nick Cave ruft, auch ihre eigenen Konzerte ausverkaufen kann.

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Muse und 30 Seconds To Mars

30 Seconds To Mars. Ihr wisst schon, das ist diese Rockband von Jared Leto, die schon deshalb eine nicht unerhebliche Zahl an Fans vorweisen kann. Dass die auch was mit dem Bombastrock von Muse anfangen können, scheint ausgemachte Sache: Im Sommer spielen sie etliche gemeinsame Konzerte in den USA, mit 30 Seconds To Mars als „Special Guest“. Heißt soviel wie: Leto und Co. sind mehr als nur eine Vorband, die eigentliche Show gehört aber weiterhin Matt Bellamy und seinen Jungs.

Coachella und Bonnaroo

Gut, Bands an sich sind das nicht, aber dafür gleich ganz viele auf einmal: Wenn zwei Festival-Giganten wie Coachella und Bonnaroo gemeinsame Sache machen, gleicht das ungefähr der Vorstellung, Rock am Ring und Roskilde würden ein gemeinsames Super-Festival an den Start bringen. Die Macher der beiden US-Festivals planen rund um Denver, Colorado ein Festival für 30-60.0000 Besucher und wollen dort mit einem Mix aus Musik und Kunst eine “Coachella-esque experience” erschaffen.