Angels And Airwaves :: We Don’t Need to Whisper Geffen/Universal

Sie strömen und schwappen, kreiseln und schweben. Und sie versetzen das Gehirn in Schwingung. So daß es sich dreht und ganz kirre wird vom ewigen Rundherum. Die Gitarren, wie sie Tom DeLonge mit Angels And Airwaves zum Klingen bringt, sind auf jeden Fall anders. Anders als bei Blink 182, als sie noch sägten, krachten und Akkorde verhackstückten. Nun erinnern sie ein bißchen an den erhaben-euphorischen Habitus der Shoegazer. Eine Ära, die noch vor sieben Jahren niemand mit einem der Blink-Musiker in Verbindung gebracht hätte. Doch auf einmal ist alles anders. Man könnte behaupten, DeLonge sei erwachsen geworden, gelassener. Doch das trifft nicht zu. Zumindest nicht musikalisch. Wie er und seine neue Band Synthies und Gitarren miteinander verweben, die Spannungskurve bedächtig nach oben steuern, um dann tief hinunterzufallen, in ein Loch, wo die Saiten grollen und in einer Endlosschleife vor sich hin vibrieren, zeugt vielmehr vom Willen zur Veränderung. Im Prinzip wollte sich DeLonge einfach ausprobieren. Menschen ansprechen, die er mit dem Blink-Halligalli-Punk nicht vor die Boxen locken konnte. Sein dunkles, verzweifeltes Alter ego ergründen. Und das tut er. Mit derselben schlichten Technik wie früher, dem Gespür für griffige Hooks und dem Talent, aus einer Handvoll simpler Ideen ein paar feine Songs hervorzuzaubern. Da hoppeln die Drums nun nicht mehr wie eine Gruppe aufgescheuchter Hasen, sondern sie schreiten, temperieren, klopfen den Marschrhythmus. DeLonges Stimme allerdings hat den Sprung ins Dunkel nicht wirklich geschafft. Sie klingt noch immer wie die des frechen Buben, der feist grinsend quiekt:

„Ich brauche ein Mädchen, das ich dressieren kann.

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